Einmal mehr hat der norwegische Wasserstoff-Spezialist Nel eine schwache Quartalsbilanz vorgelegt. Nach der Zahlenveröffentlichung vom Donnerstagmorgen rutschte der skandinavische Titel prozentual zweistellig ab, womit der jüngste Kursanstieg im Keim erstickt wurde. Doch es besteht Grund zur Hoffnung.
Im ersten Quartal gingen die Erlöse aus Kundenkontrakten um fünf Prozent auf 148 Millionen Norwegische Kronen (14,6 Millionen Euro) zurück. Der EBITDA-Verlust konnte von 115 Millionen Kronen auf 100 Millionen Kronen (9,2 Millionen Euro) verringert werden.
Der Cash-Bestand ging im Vergleich zu Ende März 2025 um gut ein Viertel auf 1,44 Milliarden Kronen (knapp 133 Millionen Euro) zurück. Nel erwartet allerdings, dass die EU einen Zuschuss von elf Millionen Euro im zweiten Quartal durchwinken wird. Das könnte sich wiederum positiv auf die liquiden Mittel auswirken. Grundsätzlich investieren die Norweger weiter in die Technologien der nächsten Generation.
Besonders enttäuschend entwickelte sich der Auftragseingang im ersten Quartal: Dieser lag gerade einmal bei 85 Millionen Kronen (7,82 Millionen Euro). Im angelaufenen zweiten Quartal dürfte hier die Bilanz deutlich besser ausfallen: Bereits in der Vorwoche meldete Nel einen Auftrag im Wert von 7 Millionen US-Dollar für PEM-Anlagen in Containerbauweise. On top berichteten die Skandinavier am heutigen Donnerstag über eine weitere Order in gleicher Höhe für PEM-Anlagen für den Einsatz in den USA.
Ergo: Bereits mit den beiden neuen Aufträgen in Höhe von umgerechnet zwölf Millionen Euro übersteigt bereits jetzt der Auftragseingang die Vorgaben aus dem ersten Quartal.
Trotz des jüngsten Order-Newsflows muss sich die Auftragslage bei Nel weiter verbessern, damit das Unternehmen zumindest auf EBITDA-Basis endlich nachhaltig schwarze Zahlen schreiben kann. Der britische Wettbewerber ITM Power (eine laufende AKTIONÄR-Empfehlung, die 200 Prozent im Plus liegt), gibt derzeit klar die bessere Figur ab. Anleger setzen sich die Nel-Aktie auf die Watchlist.
Heute, 08:55