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Foto: SGL Carbon
16.07.2021 Maximilian Völkl

Highflyer SGL Carbon nach dem Kurssprung - geht da jetzt noch mehr?

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SGL Carbon

Die Aktie von SGL Carbon gehört zu den stärksten Werten an der Börse dieses Jahr. Überraschend starke vorläufige Zahlen und eine Prognoseanhebung haben dem SDAX-Titel in dieser Woche einen weiteren Kurssprung beschert. DER AKTIONÄR analysiert, ob nun auch zweistellige Kurse möglich sind oder die Luft raus ist.

Auf breiter Front hat SGL die Prognosen angehoben. Beim operativen Gewinn rechnet der Konzern nun selbst im ungünstigsten Fall mit mehr als bisher im besten Fall. Für die Restrukturierung ist zudem wichtig, dass auch beim Cashflow mehr drin sein soll.

Von unerwartet starken Zahlen spricht deshalb Experte Lars Vom-Cleff von der Deutschen Bank. Klar ist dennoch: Es wartet noch immer viel Arbeit auf das Management. Die falschen Investitionsentscheidungen und strategische Fehler der Vergangenheit müssen korrigiert werden. Nun scheint sich das Restrukturierungsprogramm aber auszuzahlen, so Vom-Cleff.

Die Voraussetzungen für eine nachhaltige Trendwende sind angesichts der starken Technologie und den zahlreichen Megatrends, die dem Konzern in die Karten spielen, gut. So profitiert SGL etwa vom massiven Ausbau der Windkraft, vom Fortschritt bei batteriebetriebenen E-Autos und Brennstoffzellenautos oder von der Wiederbelebung der Luftfahrt.

Während sich die Aktie auch deshalb seit Monaten im Aufwärtstrend befindet, bleiben die Analysten noch immer vorsichtig. Sie raten schon lange dauerhaft mehrheitlich zum Verkauf, mussten zuletzt aber immer wieder ihre Ziele nach oben anpassen. Martin Schnee von der Baader Bank warnt etwa, dass sich SGL nicht von den Preissteigerungen bei Rohstoffen und Transportkosten abkoppeln können wird. Er sieht die Prognose deshalb als zu optimistisch an, sein Votum lautet weiter „Reduce“. Auch Vom-Cleff, der die Zahlen vollumfänglich lobte, sieht in der Aktie lediglich eine Halteposition.

SGL Carbon (WKN: 723530)

SGL Carbon bleibt ein spekulatives Investment. Doch die Restrukturierung läuft, die langfristigen Aussichten sind angesichts der Megatrends, die der Konzern bedient, gut. Wer zuletzt auf die Analysten gehört hat, hat bereits deutliche Gewinne verpasst. Eine Verschnaufpause scheint nun zwar tatsächlich überfällig. Doch auf Sicht der kommenden Monate sollten beim AKTIONÄR-Hot-Stock aus Ausgabe 07/21 zweistellige Kurse in jedem Fall drin sein.