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17.01.2022 Martin Mrowka

Fraport: Bald raus aus dem Corona-Nebel?

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Fraport

Deutschlands größter Flughafen zeigte im vergangenen Monat eine stärkere Erholung von der Krise. In Frankfurt wurden dreimal so viel Passagiere wie im Vorjahr gezählt. Im Gesamtjahr 2021 verzeichnete Fraport fast ein Drittel mehr Fluggäste. Dennoch sind die Zahlen vor der Pandemie noch weit entfernt. Die Fraport-Aktie legt im MDAX zu.

Der Frankfurter Flughafen ist im Jahr 2021 ein Stück aus seinem Corona-Tief herausgekommen. Dank der gestiegenen Reisenachfrage im Sommer und der Öffnung der USA im Herbst zählte Deutschlands größter Flughafen im Gesamtjahr rund 24,8 Millionen Passagiere und damit fast ein Drittel mehr als im ersten Corona-Jahr 2020, wie der Betreiberkonzern Fraport am Morgen mitteilte.

Damit lag das Aufkommen wie erwartet am oberen Ende der vom Vorstand ausgegebenen Prognose, aber noch fast zwei Drittel niedriger als vor der Pandemie: Im Jahr 2019 waren an dem Airport fast 70,6 Millionen Fluggäste abgefertigt worden – so viele wie nie zuvor.

Im Dezember zeigte sich eine stärkere Erholung von der Krise – trotz neuer Reisebeschränkungen wegen der Omikron-Variante des Coronavirus. Fraport zählte 2,7 Millionen Passagiere und damit gut dreimal so viele wie ein Jahr zuvor, allerdings immer noch 44 Prozent weniger als im Dezember 2019.

Deutlich besser lief es im Cargo-Geschäft, das infolge der Pandemie und ihrer Folgen einen regelrechten Boom erlebt. Im Gesamtjahr 2021 kam der Frankfurter Flughafen auf rund 2,27 Millionen Tonnen, fast 19 Prozent mehr als 2020 und knapp neun Prozent mehr als 2019.

Fraport-Chef Stefan Schulte gibt keinen konkreten Ausblick auf das laufende Jahr. Niemand könne heute vorhersagen, wie sich die Pandemie in den kommenden Monaten entwickeln wird. "Damit einhergehende und vielfach leider uneinheitliche Reiserestriktionen werden der gesamten Luftfahrtbranche weiter viel abfordern", prognostiziert Schulte. Trotz dieser Unsicherheiten erwartet er ab dem Frühjahr erneut eine deutlich anziehende Nachfrage.

Die Fraport-Aktie reagiert auf die Zahlen am Montag-Vormittag mit einem Kursplus auf 65,30 Euro (siehe Chart). Erst am vergangenen Freitag hat die Schweizer Großbank UBS ihr Kursziel für Fraport von 63 auf 68 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Neutral" belassen.

Im weiteren Verlauf des Jahres 2022 dürfte das Thema der Wiedereröffnung von Flughäfen wahrscheinlich allmählich von den Fundamentaldaten als wichtigstem Kurstreiber des Sektors abgelöst werden, schrieb UBS-Analyst Cristian Nedelcu in einer Branchenstudie. Derzeit unterschätze der Markt noch das Umsatzpotenzial des Einzelhandelssegments europäischer Airports in den Jahren 2022 und 2023.

Fraport (WKN: 577330)

Fraport dürfte das Corona-Tal der Tränen durchschritten haben. Zwar liegen die Geschäftsaussichten für 2022 noch im Nebel. Doch für die kommenden Jahre scheint der Flughafenbetreiber gut aufgestellt. Wenn der Kurs auch das November-Hoch bei fast 70 Euro überwindet, wäre der Weg frei zu alten Höhen.

DER AKTIONÄR hatte Fraport Anfang Juni 2021 zum Kauf empfohlen. Das Kursziel für den Flughafen-Betreiber wurde mit 80 Euro ausgegeben, bei 50 Euro empfiehlt sich eine Stop-Loss-Order.

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(Mit Material von dpa-AFX)

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