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Evonik: Große Überraschung – mit einem Haken

Evonik: Große Überraschung – mit einem Haken
Foto: Evonik Industries AG
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Thomas Bergmann Heute, 11:45 Thomas Bergmann

Evonik überrascht mit starken vorläufigen Zahlen. Höhere Mengen, bessere Preise und Kostensenkungen hätten das Ergebnis im zweiten Quartal nach oben getrieben. Der Chemiekonzern hebt deshalb den Jahresausblick spürbar an – doch ein Teil des Rückenwinds dürfte vorübergehend sein, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

– Evonik erwartet im zweiten Quartal ein bereinigtes EBITDA von 600 bis 650 Millionen Euro.
– Für 2026 peilt der Konzern nun 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro bereinigtes EBITDA an.
– Lieferengpässe bei asiatischen Wettbewerbern helfen kurzfristig, könnten sich aber abschwächen.

Evonik hat im zweiten Quartal operativ deutlich stärker abgeschnitten als bislang erwartet. Nach vorläufigen Zahlen soll das bereinigte EBITDA zwischen 600 und 650 Millionen Euro liegen. In der Mitte der Spanne entspricht das einem Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 509 Millionen Euro. Anfang Mai hatte Evonik noch mindestens 550 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Der Rückenwind kommt von höheren Verkaufsmengen, besseren Preisen und laufenden Kostensenkungen. Besonders das Segment Advanced Technologies profitiert von Lieferengpässen asiatischer Wettbewerber.

Für 2026 erwartet Evonik nun ein bereinigtes EBITDA von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro. Zuvor lag die Prognose bei 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr kommt der Konzern nach vorläufigen Zahlen bereits auf rund 1,1 Milliarden Euro.

Die Stärke lässt sich aber nicht einfach hochrechnen. Evonik rechnet damit, dass sich der Sonderrückenwind im Jahresverlauf abschwächt, sobald sich der weltweite Schiffsverkehr nach der Öffnung der Straße von Hormus normalisiert. In Animal Nutrition soll das positive Momentum zunächst bis ins dritte Quartal anhalten.

Beim Free Cashflow bleibt Evonik bei einer angestrebten Cash Conversion Rate von etwa 40 Prozent. Im zweiten Quartal dürfte der Free Cashflow deutlich besser ausfallen als im Vorjahr, als ein Minus von 211 Millionen Euro angefallen war.

Gleichzeitig läuft der Konzernumbau weiter. Das Programm „Evonik Tailor Made“ wird verlängert und ausgebaut. Bis 2026 sollen planmäßig 2.800 Stellen wegfallen, von 2027 bis 2029 weitere rund 3.200. Ziel bleibt eine dauerhaft schlankere Kostenstruktur.

Die Nachricht ist durchaus positiv zu sehen, allerdings nimmt sich Evonik selbst den Wind etwas aus den Segeln, indem es auf eine mögliche Abschwächung der Effekte im Jahresverlauf hinweist. Eine Trading-Chance ergibt sich, sollte der Bereich um 16,30 Euro auf Schlusskursbasis überwunden werden.

FAQs:

Was macht Evonik?

Evonik ist ein Spezialchemiekonzern mit Sitz in Essen. Das Unternehmen stellt Produkte für Industrie, Gesundheit, Ernährung, Konsumgüter und weitere Spezialanwendungen her.

Warum hebt Evonik die Prognose an?

Evonik profitiert von höheren Mengen, besseren Preisen und Kostensenkungen. Zusätzlich helfen Lieferengpässe bei asiatischen Wettbewerbern, vor allem im Segment Advanced Technologies.

Welche Risiken bleiben?

Ein Teil der aktuellen Ergebnisstärke hängt an vorübergehenden Marktbedingungen. Wenn sich Lieferketten und Schiffsverkehr normalisieren, könnte dieser Rückenwind nachlassen.

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