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Evonik: Überraschende News, Aktie fällt

Evonik: Überraschende News, Aktie fällt
Foto: Evonik Industries AG
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Thorsten Küfner Heute, 13:02 Thorsten Küfner

Der Spezialchemiekonzern Evonik treibt seinen Umbau mit einem weiteren umfangreichen Stellenabbau voran. "Die weltpolitische Lage ist unsicher und das wirtschaftliche Wachstum ist anhaltend schwach", sagte Vorstandschef Christian Kullmann am Donnerstag laut Mitteilung. Gleichzeitig verschärfe sich der internationale Wettbewerb zunehmend.


Zusammenfassung

• Evonik baut seinen Konzern weiter um und will bis Ende 2029 weltweit 3.200 Stellen abbauen, davon 2.150 in Deutschland.

• Das Unternehmen setzt auf mehr Effizienz, Digitalisierung und Outsourcing, um Kosten zu senken und wettbewerbsfähiger zu werden.

• Zudem wird das verlustreiche Polyester-Geschäft eingestellt. Evonik konzentriert sich künftig stärker auf wachstumsstarke Spezialchemie-Sparten.


Wie der MDAX-Konzern mitteilte, haben sich Vorstand und Arbeitnehmervertreter auf Maßnahmen verständigt, die sämtliche Geschäfts- und Verwaltungseinheiten weltweit betreffen. Kernpunkt ist ein weiterer Personalabbau: Zwischen 2027 und Ende 2029 sollen insgesamt 3.200 Stellen gestrichen werden, davon 2.150 in Deutschland. Evonik sieht Einsparpotenzial vor allem durch höhere Effizienz, eine stärkere Digitalisierung und die Auslagerung bestimmter Tätigkeiten. Darüber hinaus sollen Möglichkeiten geprüft werden, Teile der Verwaltung ins Ausland zu verlagern. Bereits bis Ende 2026 sollen im Rahmen laufender Spar- und Effizienzprogramme rund 2.800 Arbeitsplätze wegfallen.

"Der Stellenabbau wird auch künftig sozialverträglich gestaltet", sagte Personalvorstand Thomas Wessel. Die konkreten Maßnahmen sollen in den kommenden Wochen ausgearbeitet werden. Ende März 2026 beschäftigte Evonik weltweit 30.643 Mitarbeiter und damit mehr als 900 weniger als ein Jahr zuvor.

Darüber hinaus kündigte der Konzern an, das bislang defizitäre Polyester-Geschäft mit einem Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro einzustellen. Das Geschäftsfeld sei seit Jahren nicht profitabel. In diesem Zusammenhang soll der Standort Witten mit seinen 266 Beschäftigten im Jahr 2027 geschlossen werden. Zudem werden am Standort Marl 45 Stellen und in der Produktionsanlage im chinesischen Shanghai weitere 35 Stellen abgebaut.  

CEO Kullmann arbeitet bereits seit Jahren an der Neuausrichtung von Evonik. Ziel ist es, das Unternehmen widerstandsfähiger aufzustellen und stärker auf wachstumsstarke Zukunftsmärkte auszurichten. Dabei trennt sich der Konzern schrittweise von klassischen Massengeschäften. Weitere Veräußerungen sind bereits geplant. So soll auch das Geschäft mit Standardchemikalien in der Sparte Performance Materials abgegeben werden. Dazu gehören neben dem bereits veräußerten Superabsorber-Geschäft auch der sogenannte C4-Verbund mit petrochemischen Zusatzstoffen für Kautschuk, Kunststoffe und Spezialchemikalien.


Um die Konzernstruktur zu vereinfachen und Entscheidungswege zu verkürzen, hat Evonik seine Chemieaktivitäten in den beiden Segmenten Custom Solutions und Advanced Technologies gebündelt. Die Neuordnung hatte auch personelle Veränderungen im Vorstand und Management zur Folge. Die beiden zentralen Geschäftsbereiche werden seit gut einem Jahr von der Amerikanerin Lauren Kjeldsen und der Französin Claudine Mollenkopf im Vorstand verantwortet.


Das Segment Custom Solutions entwickelt unter anderem Produkte für die Kosmetik- und Pharmaindustrie und konzentriert sich auf kundenindividuelle Lösungen in attraktiven Nischenmärkten. Im Bereich Advanced Technologies produziert Evonik unter anderem Hochleistungskunststoffe, Wasserstoffperoxid sowie Zusatzstoffe für die Tierernährung.

Evonik Industries (WKN: EVNK01)

Das Marktumfeld für Chemiekonzerne wie Evonik bleibt schwierig, was sich auch im Chart widerspiegelt. Ob das neueste Maßnahmenpaket reichen wird, um eine Trendwende einzuläuten, muss noch abgewartet werden. Der Dividendentitel bleibt eine Halteposition (Stoppkurs. 13,00 Euro). 

Enthält Material von dpa-AFX

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