++ Jetzt 100 Prozent bis Jahresende ++

Nach Apple jetzt auch Microsoft: Drastische Preissteigerungen bei der Xbox

Nach Apple jetzt auch Microsoft: Drastische Preissteigerungen bei der Xbox
Foto: Microsoft
Microsoft Corporation -%
Lukas Meyer Heute, 11:20 Lukas Meyer

Der weltweite KI-Boom saugt die Produktionskapazitäten für Speicherchips leer. Die Folgen treffen nun die Verbraucher. Nur einen Tag nach Apples Preisaufschlägen bei MacBooks und iPads erhöht auch Microsoft die Preise für seine Xbox-Konsolen. Ab dem 1. August 2026 müssen Gamer deutlich tiefer in die Tasche greifen.

• Microsoft erhöht Xbox-Preise.
• Grund ist der Speichermarkt.
• Aktie fällt.

Die Erhöhungen treffen das Hardwaregeschäft empfindlich. Das Einstiegsmodell der Xbox Series S mit 512 GB Speicher steigt um 100 Dollar auf 500 Dollar. Die Version mit 1 TB Speicher verteuert sich um 150 Dollar auf 750 Dollar. Eine Xbox Series X mit Laufwerk schlägt künftig mit 800 Dollar zu Buche. Offizielle Euro-Preise stehen zwar noch aus, erfahrungsgemäß übernimmt Microsoft die Aufschläge jedoch eins zu eins für den europäischen Markt.

Damit vollzieht Microsoft die dritte Preiserhöhung innerhalb von 13 Monaten. Die Variante mit 2 TB Speicher wird wegen der hohen Herstellungskosten komplett aus dem Sortiment gestrichen. Ursprünglich sollte diese Version nach ihrer Einführung im Juni 2026 zwei Jahre lang angeboten werden – diese Pläne sind nun hinfällig.

Laut offiziellen Angaben von Microsoft sind die Einkaufspreise für Konsolenspeicher und Arbeitsspeicher um mehr als das 2,5-Fache gestiegen. Ein Ende der Krise ist nicht in Sicht: Bis zum Herbst 2027 rechnet das Management mit einer erneuten Verdopplung der Chipkosten.

Gleiches Argument

Sowohl Apple als auch Microsoft betonen in ihren offiziellen Statements das exakt gleiche Narrativ. Beide Konzerne erklären, sie hätten die explodierenden Kosten für DRAM (Arbeitsspeicher) und NAND-Flash (SSD-Speicher) über Monate hinweg durch langfristige Lieferverträge abgefangen, um den Endkunden vor Aufschlägen zu beschützen. Nun sei jedoch der Punkt erreicht, an dem die Margenbelastung für die Konzerne schlicht untragbar wird.

Microsoft verweist in der offiziellen Mitteilung zur Begründung direkt auf die Branchenkrise. Man habe die letzten Monate damit verbracht, mit Lieferanten an Optionen zu arbeiten, um eine weitere Preiserhöhung abzuwenden. Da sich die Kosten jedoch mehr als verdoppelt haben, sei dieser Schritt unumgänglich, um das Xbox-Geschäft wirtschaftlich tragfähig zu halten.

Harter Verdrängungswettbewerb

Das traditionelle Geschäftsmodell der Konsolenhersteller wackelt. Konsolen wurden in der Historie meist als „Loss Leader“ kalkuliert. Die Hersteller verkauften sie nahe oder unter den Herstellungskosten. Das Ziel: eine große Nutzerbasis für margenstarke Abonnements und Softwareverkäufe aufzubauen. Diese Quersubventionierung funktioniert bei den aktuellen Chip-Preisen nicht mehr. Microsoft betont explizit, dass Konsolen im Gegensatz zu Telefonen oder Computern üblicherweise nicht mit Gewinn verkauft werden, weshalb die stark gestiegenen Komponentenkosten die Sparte besonders hart treffen.

Xbox
Quelle: Microsoft

Das ist kein reines Microsoft-Problem. Gaming wird flächendeckend zum teuren Luxusgut. Sony verlangt für die PS5 Pro bereits 900 Dollar. Nintendo zieht im September mit der Switch 2 auf 500 Dollar an. Die Gaming-Hardware leidet unter einer strukturellen Verdrängung durch die Nachfrage aus den KI-Rechenzentren.

Auch an weiteren Produkten dreht Microsoft an der Preisschraube und erhält dafür Gegenwind aus Europa. Die italienische Regulierungsbehörde AGCM hat am heutigen Freitag eine Untersuchung gegen den Konzern eingeleitet. Konkret geht es um die automatische Migration von Unternehmenskunden in teurere, mit KI-Funktionen (Copilot) gebündelte Microsoft-365-Abos ohne ausreichende Transparenz.

Microsoft (WKN: 870747)

Rote Vorzeichen

Die Anleger und Investoren reagierten auf die Margengefahren verschnupft. Die Apple-Aktie verlor am Donnerstag sechs Prozent. Die Papiere von Microsoft gaben um 3,5 Prozent nach. Seit April 2025 achten Anleger und Investoren bei beiden Titeln besonders intensiv auf die Profitabilität des Hardwaregeschäfts.

Das Hardwaregeschäft steht unter Margendruck. Microsoft fängt diesen Schock jedoch durch seine hohe Bilanzkraft und das boomende Cloud-Segment Azure wieder auf. Bestehende Positionen bleiben trotz der kurzfristigen Turbulenzen haltenswert. Wer neu einsteigen will, wartet ab, bis die Aktie einen Boden findet.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wie viel Prozent des Gesamtumsatzes von Microsoft macht das Xbox-Geschäft genau aus?

Die gesamte Gaming-Sparte inklusive Activision Blizzard steuert etwa elf Prozent zum gesamten Microsoft-Umsatz bei. Das reine Hardwaregeschäft mit dem Verkauf von Xbox-Konsolen ist dabei der kleinste Teil und bewegt sich bei unter drei Prozent der Konzernerlöse.

Warum geraten ausgerechnet Speicherchips durch KI so stark unter Druck?

Große KI-Datenzentren benötigen für das Training von KI-Modellen riesige Mengen an schnellem Speicher (High-Bandwidth Memory). Da Chiphersteller ihre Kapazitäten massiv in diese margenstarken Produkte umschichten, entsteht bei klassischem DRAM und NAND-Flash ein Engpass, der die Preise für Consumer-Hardware antreibt.

Welche Folgen haben die Chipkosten für den Xbox Game Pass?

Die explodierenden Hardwarekosten erhöhen den Druck auf das Abo-Modell. Nachdem Preiserhöhungen im Herbst 2025 zu einem Verlust von Millionen Abonnenten führten, versucht Microsoft nun, die Profitabilität primär über die Hardwarepreise zu sichern, um den Game Pass stabil zu halten.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Microsoft.

DER AKTIONÄR DAILY Newsletter
Bleiben Sie über die neuesten Entwicklungen bei spannenden Unternehmen und an der Börse auf dem Laufenden. Lesen Sie DER AKTIONÄR DAILY – den täglichen Newsletter von Deutschlands führendem Börsenmagazin. Kostenlos.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Microsoft - €

Aktuelle Ausgabe

Halbzeit an der Börse: So winken bis Jahresende 100 Prozent

Nr. 27/26 8,90 €
Paypal Sofortkauf Im Shop kaufen Sie erhalten einen Download-Link per E-Mail. Außerdem können Sie gekaufte E-Paper in Ihrem Konto herunterladen.

Buchtipp: KI Genesis: Der Beginn des neuen Zeitalters

In seinem letzten Buch erforscht Politik-Legende Henry Kissinger zusammen mit dem ehemaligen Google-CEO Eric Schmidt und dem früheren Microsoft-Topmanager Craig Mundie die epochalen Herausforderungen und Chancen der Revolution der künstlichen Intelligenz. KI wird uns helfen, enorme Krisen zu bewältigen – vom Klimawandel über geo­poli­tische Konflikte bis hin zur Einkommensungleichheit. Aber sie bedroht auch unser unabhängiges Urteilsvermögen und unsere Handlungsfähigkeit. Dieses Buch zeichnet einen Weg jenseits von blindem Glauben und ungerechtfertigter Angst und skizziert eine wirksame Strategie, um das Zeitalter der KI zu meistern.

KI Genesis: Der Beginn des neuen Zeitalters

Autoren: Kissinger, Henry Schmidt, Eric Mundie, Craig
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 26.06.2025
Format: Klappenbroschur
ISBN: 978-3-68932-008-9

Preis: 27,90 €