Der Technologie-Gigant Apple leidet unter der explodierenden Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz. Am Donnerstag reagierte der Konzern mit einer historischen Entscheidung: Die Preise für MacBooks und iPads steigen deutlich. Die Anleger reagierten prompt und ließen die Aktie um mehr als fünf Prozent abrutschen. Es ist der stärkste Tagesverlust seit April 2025.
• Apple hebt die Preise für MacBooks und iPads deutlich an, weil Speicherbausteine durch den KI-Boom weltweit knapp und teuer geworden sind.
• Die Börse reagierte negativ auf die Ankündigung: Die Apple-Aktie verlor am Donnerstag mehr als fünf Prozent.
• Hinter den Preiserhöhungen steckt auch Apples KI-Strategie, denn neue Funktionen wie „Apple Intelligence“ erfordern leistungsfähigere und speicherstärkere Geräte.
Hintergrund der Preiserhöhungen ist ein massiver Engpass bei Speicherbausteinen. Laut Daten von Counterpoint Research haben sich die Kosten für Speicher und Flash-Komponenten in den vergangenen drei Quartalen vervierfacht. Der Grund: Die weltweite Expansion von KI-Rechenzentren saugt das Angebot an Hochleistungsspeichern förmlich auf.
Die Auswirkungen auf das Portfolio sind erheblich. Das MacBook Neo verteuert sich von 599 auf 699 Dollar. Besonders scharf fällt der Aufschlag bei den Pro-Modellen aus: Ein MacBook Pro mit 1 Terabyte Speicher kostet nun 1.999 Dollar statt bisher 1.699 Dollar. Auch das iPad Air (128GB) schlägt mit einem Plus von 150 Dollar auf nun 749 Dollar zu Buche.
Tim Cook spricht von einem „Jahrhundert-Ereignis“
Apple-CEO Tim Cook zeigte sich alarmiert. Im Gespräch mit dem Wall Street Journal bezeichnete er die Marktsituation als ein „Jahrhundert-Ereignis“. Er habe in seiner 40-jährigen Karriere noch nie einen derart schnellen Anstieg der Komponentenkosten erlebt. Während Apple-Kunden Preissprünge gewohnt sind, markiert diese Runde einen Wendepunkt: Der Konzern gibt den Kostendruck offen an den Endverbraucher weiter.
Während Apple unter den hohen Einkaufspreisen leidet, profitieren Zulieferer massiv. Micron konnte seinen Umsatz vervierfachen. Die Bruttomarge des Halbleiter-Spezialisten schoss von 39 Prozent im Vorjahr auf beeindruckende 84,9 Prozent nach oben – ein Wert, mit dem Micron selbst Tech-Größen wie Nvidia und Meta in den Schatten stellt.
Strategischer Druck durch KI-Funktionen
Die Preiserhöhungen folgen einem klaren Kalkül. Um die neuen KI-Funktionen („Apple Intelligence“) auf den Geräten ausführen zu können, sind höhere Speicherkapazitäten zwingend erforderlich. Analysten von IDC gehen davon aus, dass künftige iPhone-Modelle mindestens zwölf Gigabyte Arbeitsspeicher benötigen werden.
Apple steht vor einer schwierigen Gratwanderung. Einerseits muss der Konzern die hohen Hardwarekosten kompensieren, andererseits braucht er die Käufer für sein KI-Ökosystem. IDC prognostiziert für das laufende Jahr einen Anstieg des durchschnittlichen Verkaufspreises (ASP) um zwölf Prozent.
Ob Apple die Preismacht besitzt, diese Kostensteigerungen ohne einen massiven Nachfrageeinbruch bei den Konsumenten durchzusetzen, bleibt die entscheidende Frage für die kommenden Quartalszahlen. Die Aktie bleibt auf der Watchlist.
FAQ
Wofür ist Apple bekannt?
Apple ist vor allem für Produkte wie das iPhone, das MacBook, das iPad und die Apple Watch bekannt.
Wer ist der CEO von Apple?
Der CEO von Apple ist Tim Cook.
In welchen Bereichen ist Apple aktiv?
Apple ist in den Bereichen Smartphones, Computer, Tablets, Wearables, Software und digitale Dienste tätig.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.
Heute, 19:30