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01.07.2020 Martin Mrowka

Airbus: So reagieren Analysten auf den Kahlschlag

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Airbus

Weltweit will Airbus wegen der Coronakrise 15.000 Stellen streichen. Arbeitnehmervertreter schlagen Alarm - sie befürchten einen Kahlschlag. Airbus-Chef Guillaume Faury betonte, man habe derartige Maßnahmen vermeiden wollen - müsse nun aber der Realität ins Auge sehen. Die Pläne sollen bis Sommer 2021 umgesetzt werden. Analysten halten die Maßnahme für angebracht.

Rund 5.100 Stellen in Deutschland, fast ebenso viele in Frankreich, 1.700 in Großbritannien, 900 in Spanien und 1.300 an weiteren weltweiten Standorten - der Flugzeugbauer will sich von einem Drittel des Personals in der Passagierflugzeug-Sparte trennen. Auch betriebsbedingte Kündigungen sind nicht ausgeschlossen.

Airbus beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben rund 46.000 Mitarbeiter an fast 30 Standorten - etwa in Hamburg-Finkenwerder, Stade und Bremen. In der Verkehrsflugzeug-Sparte arbeiten demnach mehr als 28.000 Menschen.

Eine wirkliche Überraschung sind die Stellenstreichungen aber nicht. Der Franzose Faury hatte bereits vor einigen Tagen angekündigt, dass Airbus für zwei Jahre seine Produktion und seine Auslieferungen massiv, um etwa 40 Prozent drosseln werde.

Der Manager erwartet, dass die Nachfrage nach Großraumjets für Langstreckenflüge wie dem Airbus A330neo und dem Airbus A350 infolge der Krise besonders lange am Boden liegen wird. Wenn die Nachfrage nach dem Jahr 2022 wieder anziehe, dürften davon zuerst Kurz- und Mittelstreckenjets wie die Airbus-Typen A220 und A320neo profitieren, schätzt er.

Die Airbus- Aktie zählt am Mittwoch neben der Lufthansa zu den schwächsten Werten im MDAX. Um über drei Prozent sackt der Kurs ab und nähert sich damit der charttechnisch wichtigen 50-Tage-Linie. Diese verläuft aktuell bei 60,78 Euro.

Airbus (WKN: 938914)

Mehrere Analysten haben ihre Bewertungen für den Flugzeugbauer nach Bekanntwerden des Personalabbaus überprüft. Dabei bleiben gleich fünf bei ihren Kaufempfehlungen. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux etwa hat die Einstufung für Airbus auf "Buy" mit einem Kursziel von 77 Euro belassen.

Das Analysehaus Jefferies hat die Einstufung für Airbus ebenfalls mit "Buy" bestätigt und sieht für die kommenden zwölf Monate ein Kursziel von 80 Euro. Auch die Schweizer Bank Credit Suisse lässt Airbus auf "Outperform" - bei einem unveränderten Kursziel von 82 Euro. Ein ähnliches Kursziel (84 Euro) sieht die US-Investmentbank Goldman Sachs und lässt Airbus auf ihrer "Conviction Buy List".

Die Schweizer Großbank UBS erwartet für Airbus ein Kursziel von 100 Euro. Der Flugzeugbauer müsse so umfangreiche Stellenstreichungen vornehmen, um seine Führungsposition zu verteidigen, schrieb Analystin Celine Fornaro in einer aktuellen Studie. (Mit Material von dpa-AFX)

So hart die Einschnitte für die Mitarbeiter sind, so nötig sind sie betriebswirtschaftlich. So kann das operative Ergebnis und der frei verfügbare Barmittelzufluss mittelfristig am besten geschützt werden. Dadurch dürfte sich Airbus in einer besseren strategischen und finanziellen Lage als der große US-Konkurrent Boeing befinden. Dennoch sind bei der Airbus-Aktie auf absehbare Zeit keine großen Kurssprünge zu erwarten.

Mittel- bis langfristig bleiben die Aussichten jedoch gut. Engagierte Aktien-Inhaber halten ihre Airbus-Papiere weiterhin, setzen bei 56 Euro unterhalb der 50-Tage-Linie aber eine Stop-Loss-Order zur Absicherung.