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10.07.2021 Michel Doepke

Readly-Chefin Hedengren im AKTIONÄR-Interview: "Der Markt ist so groß"

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READLY INT. AB

Die Digitalisierung macht vor nahezu keinem Sektor halt. In der Medienbranche nimmt die digitale Transformation gerade so richtig an Fahrt auf – und Readly ist mittendrin statt nur dabei. DER AKTIONÄR hat mit Readly-Chefin Maria Hedengren über das Geschäftsmodell, finanzielle Ziele und den Expansionsplänen gesprochen.

DER AKTIONÄR: Frau Hedengren, auf welche Märkte konzentriert sich Readly?

Maria Hedengren: Wir haben mit Deutschland, Schweden und Großbritannien drei Kernmärkte. Im ersten Quartal des Jahres machte Deutschland 38 Prozent unseres Umsatzes aus. Schweden und Großbritannien lagen gleichauf bei jeweils 23 Prozent. Und die restlichen 16 Prozent kommen aus dem Rest der Welt, zu dem Österreich, die Schweiz, die Niederlande, Irland, Italien, Australien, Neuseeland und die USA gehören. Aber wir haben Abonnenten und Leser aus allen Kontinenten, denn über den App Store und Google Play ist es möglich, die App in rund 50 Ländern zu nutzen. Wir haben also wirklich eine globale Reichweite.

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Maria Hedengren, CEO von Readly

Lassen Sie uns einen genaueren Blick auf Ihre Expansionspläne werfen. Wie und wo wollen Sie weiteres Wachstum erschließen?

Wir werden auf jeden Fall mit der Zeit neue Märkte erschließen, einen oder ein paar pro Jahr. Wir wollen neue Märkte in und außerhalb von Europa betreten. Ich denke, dass wir ein sehr skalierbares Geschäft haben. Wenn wir uns entscheiden, einen neuen Markt zu erschließen, berücksichtigen wir viele Faktoren. Erstens, ob die Zeitschrifteninhalte in diesem Land beliebt sind. Aber auch, wie viel Geld die Leute pro Jahr für das Lesen von Zeitschriften ausgeben, welche lokalen oder globalen Verlagsbeziehungen wir haben. Ein weiterer wichtiger Faktor sind Sprachsynergien. So waren zum Beispiel Australien und Neuseeland leicht zu adressieren, weil wir einen großen englischen Content haben. Wir sehen viele Möglichkeiten für englisch­sprachige Länder. Auch spanische Inhalte könnten für Readly interessant sein.

Wie groß ist der Marktanteil von Readly in Deutschland? Gibt es ähnliche Wettbewerber?

Der Wettbewerb ist in allen Märkten sehr fragmentiert, nicht nur in Deutschland. In jedem Land, in das wir eintreten, gibt es eine Kombination aus Verlagen, die eigene digitale Apps oder Webpräsenzen haben, und einigen lokalen Anbietern. Der Markt ist so groß und befindet sich in einem frühen Stadium, dass es gut ist, Wettbewerb zu haben, weil er das Bewusstsein der Verbraucher fördert. In unseren Kernmärkten haben wir wirklich das beste Portfolio an qualitativ hochwertigen Titeln.

Wie wichtig sind die Daten, die Sie sammeln?

Sehr wichtig. Wir haben jetzt 40 Milliarden Datenpunkte mit sehr genauem Konsumentenverhalten. Natürlich sind wir sehr vorsichtig, keine persönlichen Daten zu speichern. Aber mit den anonymen Daten die Demografie. Außerdem können wir unseren Partnern sagen, wie lange die Leute zum Beispiel auf jeder Seite bleiben. Das ist für sie sehr interessant, um ihr Produkt weiterzuentwickeln und ihr gesamtes Geschäft zu unterstützen. Readly hat jetzt 900 Verlage und immer mehr sind von diesem Nutzen überzeugt. Es gibt auch einige kleinere Titel, die nur auf Readly sind. Das zeigt das Vertrauen unserer Verleger. 

Readly ist nicht profitabel. Was sind Ihre finanziellen Ziele?

Dafür ist die Steigerung der Leserzahl wichtig, denn wir haben ein skalierbares Modell. Wenn wir einen neuen Markt erschließen, brauchen wir kein zusätzliches Büro vor Ort. Die Kosten sind also überschaubar und leichter zu kalkulieren. Generell haben wir drei finanzielle Ziele. Ein Ziel ist das jährliche Umsatzwachstum von 30 bis 35 Prozent. Zweitens wollen wir unsere Bruttomarge auf 35 Prozent verbessern. In vier bis fünf Jahren will Readly ein positives EBITDA erreichen.

Vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch!

READLY INT. AB (WKN: A2QEQU)

Readly befindet sich noch in einer frühen Phase der Unternehmensentwicklung, weshalb die Aktie auch als hochspekulativ einzustufen ist. Die Aktie sollte nun einen charttechnischen Boden finden. Mutige Anleger greifen zu, Stopp: 2,80 Euro.

Hinweis auf Interessenkonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmit-telbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hie-rauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitie-ren können: Readly.