Michael Burry hält an seiner Fiserv-Position in voller Größe fest und rechnet einen Übernahmewert von 100 bis 120 Dollar je Aktie vor – 93 bis 131 Prozent über dem Schlusskurs vom Montag. Heute vor dem US-Börsenstart legt Fiserv die Zahlen zum dritten Quartal vor. Zugleich stockt der „Big Short“-Investor bei JD.com, BYD und Sprouts Farmers Market auf.
Fiserv-Aktie: Wie kommt Burry auf 120 Dollar?
Der Finanzinvestor Clayton Dubilier & Rice strebt laut Financial Times gemeinsam mit Großaktionär GTCR eine Übernahme von Global Payments an – nach Burrys Rechnung zum rund Siebenfachen des Ergebnisses. Auf das profitablere Fiserv übertragen, ergibt das 100 bis 120 Dollar. Bei Kursen um 50 Dollar biete Fiserv einem Käufer, der die Kontrolle übernimmt, rund 15 Prozent Rendite pro Jahr. Die Börse bewertet Fiserv mit 27,61 Milliarden Dollar, zum 7-Fachen der erwarteten Gewinne.
Der Haken: Die frühere Führung gab laut Burry zu ehrgeizige Wachstumsziele aus und legte Vorteile aus der argentinischen Hyperinflation kaum offen. Darum dreht sich auch eine Sammelklage. Im Juni ging zudem überraschend Konzernchef Mike Lyons. Für Burry zählt: Insider haben auf diesem Niveau gekauft.
Abseits der Zahlungsabwickler stockte Burry Kaufoptionen auf JD.com bis 2029 und auf Sprouts Farmers Market bis 2028 auf, bei BYD die Aktien. JD ist für ihn eine große, BYD eine mittelgroße Position. Hongkongs Kursverfall seit dem Hang-Seng-Hoch im Jahr 2021 vergleicht er mit der Großen Depression. PayPal bleibt für ihn bei Kursen im Bereich von 50 Dollar ein „Fat Pitch“ – im Baseball der ideale Wurf zum Zuschlagen.
Die Fiserv-Aktie schloss am Montag, 2. November, bei 51,93 Dollar und damit 3,8 Prozent fester. Dabei testete sie die Abwärtstrendlinie seit Ende April von unten. Nächster Widerstand ist die 200-Tage-Linie bei 54,63 Dollar, der Kurs liegt 4,94 Prozent darunter. Unterstützung bietet die 50-Tage-Linie bei 48,63 Dollar, der Kurs liegt 6,79 Prozent darüber. Fällt die Aktie unter die 50-Tage-Linie, wäre der Ausbruchsversuch gescheitert.
Bei Fiserv entscheidet am Ende weniger die Übernahmefantasie als die Frage, ob die neue Führung das Vertrauen der Wall Street zurückgewinnt.
Die Wende nach langer Talfahrt sucht auch der Hot Stock Report: Florian Söllner filtert antizyklisch mit der Turnaround-Formel TFA Aktien, die im Chart drehen. Mehr Informationen finden Sie hier.
Die Experten der AKTIONÄR-Redaktion veröffentlichen in regelmäßigen Abständen Aktien-Reports zu Spezialthemen und neuen Einstiegschancen. Bleiben Sie mit unserem kostenlosen Newsletter auf dem Laufenden, wann welcher Report erscheint. Jetzt hier anmelden.
Heute, 09:32
Bei Google bevorzugen