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Noch schlimmer als PayPal: Fiserv‑Aktie stürzt ins Bodenlose

Noch schlimmer als PayPal: Fiserv‑Aktie stürzt ins Bodenlose
Foto: Chat-GPT
Fiserv, Inc. -%
Michael Herrmann Heute, 20:59 Michael Herrmann

Die Fiserv stürzt zum Wochenstart um weitere elf Prozent ab – und das an einem Tag, an dem die US-Börsen neue Rekorde aufstellen. Ein CEO-Wechsel verschärft Vertrauenskrise bei dem Bezahlriesen. Seit dem Hoch im Februar 2025 steht mittlerweile ein tiefrotes Minus von rund 80 Prozent. Damit toppt Fiserv sogar PayPal.

Das Wichtigste kurz und knapp

• Fiserv CEO-Wechsel Mike Lyons verlässt der Konzern mitten in der Krise.

• Aktie rauscht um weitere elf Prozent nach unten, seit Hoch vom Februar 2025 dem sind rund 80 Prozent.

• Anleger sollten weiter nicht in das fallende Messer greifen.

Die rasante Talfahrt bei Fiserv geht weiter. Auslöser für den nächsten Kursrutsch ist ein überraschender Wechsel an der Konzernspitze. CEO Mike Lyons verlässt Fiserv nach nur gut einem Jahr wieder und kehrt in die Bankenbranche zurück. Er soll künftig Truist Financial führen.

Bei Fiserv übernimmt Takis Georgakopoulos mit sofortiger Wirkung den Chefposten. Der frühere JPMorgan-Manager war erst 2024 zum Unternehmen gestoßen und zuletzt Co-President mit Verantwortung für Technologie und Merchant Solutions.

Der Wechsel kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Fiserv steckt mitten in einer tiefgreifenden Neuaufstellung, nachdem das Management im vergangenen Jahr die Erwartungen der Investoren deutlich verfehlt hatte.

Besonders die Wachstumsperspektiven rund um die Kassensystem- und Zahlungsplattform Clover waren zuletzt in die Kritik geraten. Hinzu kamen enttäuschende Zahlen, gesenkte Erwartungen und Klagen von Aktionären.

Lyons hatte zuletzt selbst von einem Übergangsjahr gesprochen. Die Erlöse sollen im laufenden Quartal zunächst noch einmal einen Tiefpunkt erreichen, bevor eine Erholung im weiteren Jahresverlauf und 2027 einsetzen soll.

Genau daran zweifelt der Markt offenbar – und zwar nun noch stärker als zuvor. Ein CEO-Abgang mitten in der Sanierungsphase sendet kein Signal von Stabilität – selbst wenn Fiserv betont, mit Georgakopoulos den richtigen Mann für Technologie, KI, Cybersecurity und die Modernisierung der Plattformen gefunden zu haben.

Auch der Druck von außen nimmt zu. Aktivistische Investoren drängen Medienberichten zufolge auf strategische Veränderungen, mögliche Verkäufe von Randbereichen und neue Kompetenzen im Verwaltungsrat.

Fiserv verfügt zwar über ein großes Transaktionsnetzwerk und grundsätzlich attraktive Geschäftsbereiche. Doch Vertrauen, Planbarkeit und operative Dynamik sind derzeit Mangelware. Damit ähnelt auch fundamental die Situation zu PayPal.

Fiserv (WKN: 881793)

Bei Fiserv brennt die Hütte. Anleger sollten dringend die Finger von diesem fallenden Messer lassen. Langfristig ist ein Comeback zwar nicht ausgeschlossen. Doch spätestens mit der jetzigen Flucht des CEOs ist das Vertrauen erst einmal komplett verloren. Entsprechend lang dürfte es dauern, dieses wieder zurück zu gewinnen. Da hilft auch ein KGV von 9 wenig.

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