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AMD, Intel & Nvidia: Wachstumsprognosen in Gefahr

AMD, Intel & Nvidia: Wachstumsprognosen in Gefahr
Foto: iStockphoto
Advanced Micro Devices Inc. -%
30.09.2021, 09:48 ‧ Benedikt Kaufmann

Der Chip-Hersteller Micron hat bereits seine Quartalszahlen veröffentlicht und damit ein erstes Indiz geliefert, was auf AMD, Intel und Nvidia zukommen könnte: Hervorragende Geschäfte – aber eine unsichere Zukunft.

Micron hat am Dienstagabend ein Umsatzwachstum von 37 Prozent und eine Beinahe-Verdreifachung der Gewinne vermeldet. In den auch für AMD, Intel und Nvidia wichtigen Endmärkten rund um PC, Notebooks und Data-Center hat Micron gute Ergebnisse erzielt.

Im Earnings-Call hieß es hierzu: „Der Umsatz mit PC-DRAM hat sich deutlich gegenüber dem Vorjahr gesteigert.“ Speziell zum Grafikkartenmarkt äußerte sich Micron-CEO Sanjay Mehrotra mit diesen Worten: „Im Grafikbereich stieg der Umsatz, angetrieben durch eine anhaltend starke Nachfrage nach Spielekonsolen und Grafikkarten, sequenziell und im Jahresvergleich.“

Knackpunkt Prognose

Mit Blick auf die Prognose von Micron ziehen allerdings leichte Wolken auch für AMD, Intel und Nvidia auf. Der Speicherchip-Hersteller hatte Umsätze zwischen 7,45 und 7,85 Milliarden Dollar für das laufende Quartal prognostiziert – Analysten hatten mit 8,23 Milliarden Dollar deutlich mehr erwartet.

Im Earnigns-Call begründete Mehrotra dies folgendermaßen: „Einige PC-Kunden passen ihre Speicherkäufe aufgrund von Lieferschwierigkeiten bei Nicht-Speicherkomponenten an, die für die Fertigstellung der PCs erforderlich sind.“ Hierbei könnte es sich um Grafikprozessoren oder andere IC-Vorkomponenten handeln, bei denen auch Micron mit Lieferengpässen rechnet.

Die Micron-Prognose und der darauffolgende Kursrutsch der Aktie kann eine Vorschau darauf sein, was auch AMD, Intel und Nvidia blühen könnte. Insbesondere AMD dürfte hier aufgrund der Geschäfte mit Grafikkarten und Desktop-Prozessoren betroffen sein. Aber auch für Nvidia gilt, dass eine schwächelnde Wachstumsdynamik aufgrund der hohen Aktienbewertung schnell zu Rücksetzern führen könnte. Intel hingegen sollte aufgrund der breiten Diversifikation über viele Endmärkte die potenziellen Risiken am besten abfedern können.

DER AKTIONÄR rät zur Vorsicht und empfiehlt, sich vor der Zahlenveröffentlichtung von AMD und Nvidia für hälftige Gewinnmitnahmen bereitzuhalten, wenn das kurzfristig negative Sentiment rund um die Micron-Earnings und Tech-Aktien im Allgemeinen sich wieder aufhellt.
AMD (WKN: 863186)

Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.

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