Der Konzern will laut Financial Times Tausende KI-Chips an externe Investoren weiterreichen und zurückmieten. Was hinter dem Manöver steckt.
Amazon baut Rechenzentren im Rekordtempo – und sucht nun jemanden, der einen Teil der Rechnung übernimmt. Laut Financial Times will der Konzern Nvidia-Chips im Wert von rund acht Milliarden Dollar in eine Zweckgesellschaft auslagern. Es geht um Tausende Grace-Blackwell-Chips in mehr als einem Dutzend US-Rechenzentren. Amazon würde die Hardware zurückmieten und weiter nutzen.
Amazon: 220 Milliarden Dollar suchen einen Zahler
Für 2026 plant Amazon Investitionen von rund 220 Milliarden Dollar, zuvor waren es 200 Milliarden. Die Folge: Der freie Cashflow der vergangenen zwölf Monate rutschte auf minus 7,6 Milliarden Dollar, nach plus 18,2 Milliarden ein Jahr zuvor. Zugleich haben sich die langfristigen Schulden im ersten Halbjahr fast verdoppelt, von 65,6 auf 129 Milliarden Dollar. Gemessen daran sind acht Milliarden klein.
Entscheidend ist deshalb das Muster. Die Zweckgesellschaft soll Schulden aufnehmen und bis zu zehn Prozent ihres Eigenkapitals an Investoren abgeben. Die Chips verschwinden aus der Bilanz, die Mietzahlungen bleiben – und KI-Chips altern schnell. Dazu passt eine Meldung vom Mittwoch: Amazons Cloud-Sparte lizenziert für mehr als eine Milliarde Dollar Chipdesign-Technik von Synopsys. Amazon reicht fremde Chips weiter und baut zugleich an eigenen. DER AKTIONÄR berichtete hier.
Die Aktie schloss am Donnerstag bei rund 248 Dollar. Der nächste Widerstand ist die 50-Tage-Linie bei 256 Dollar, dahinter wartet das 52-Wochen-Hoch bei 287 Dollar. Nach unten stützt die 200-Tage-Linie bei 241 Dollar, sie markiert gleichzeitig den langfristigen Aufwärtstrend. Ein Bruch einer der beiden Marken würde das Bild in die jeweilige Richtung verschieben.
Ob das Modell Schule macht und was es für Marge und Cashflow bedeutet, klären die Zahlen zum dritten Quartal, voraussichtlich am 29. Oktober.
Das AKTIONÄR-Depot bleibt bei Amazon selbstverständlich investiert.
Welche fünf Aktien die Redaktion für das traditionell stärkste Börsenquartal favorisiert, lesen Sie im neuen Heft: Das starke Quartal kommt: 5 Aktien für den Börsen-Endspurt.
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Hinweis auf Interessenkonflikte:
Aktien der Amazon befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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