Die Cloud-Tochter AWS zahlt Synopsys mehr als eine Milliarde Dollar für den Bauplan eigener Chips. Was bei Amazon nach Einkauf aussieht, ist eine Kampfansage und womöglich ein neuer Kurstreiber.
Amazon kauft Nvidia-Chips im großen Stil – und arbeitet zugleich daran, sie überflüssig zu machen. Am Mittwoch hat die Cloud-Tochter AWS einen mehrjährigen Vertrag mit Synopsys unterschrieben, Volumen: mehr als eine Milliarde Dollar. Amazon wird damit Ankerkunde für maßgeschneiderte Chipbausteine des Designspezialisten, dazu kommen Entwurfssoftware und KI-Agenten für den Chipentwurf. Das alles fließt in die hauseigenen Prozessoren Trainium für KI-Rechnungen und Graviton für den Cloud-Alltag.
Amazon: Die Chipsparte wird zum Milliardengeschäft
Schon Ende Juli meldete Amazon, dass das Chipgeschäft aufs Jahr hochgerechnet mehr als 25 Milliarden Dollar umsetzt. AWS wuchs im zweiten Quartal um 37 Prozent auf mehr als 42 Milliarden Dollar, so schnell wie seit 18 Quartalen nicht. Jeder eigene Chip, der einen zugekauften ersetzt, drückt die Kosten pro Rechenstunde – das ist der Kern der Wette. Aufschlussreich ist die Vertragsform: Synopsys erhält Lizenzgebühren plus eine Beteiligung je produziertem Chip. Amazon zahlt also mehr, je mehr eigene Chips laufen. Ein Teil des Geldes fließt zurück: Synopsys entwickelt künftig in der Amazon-Cloud und stimmt seine Software auf Trainium und Graviton ab. In den vergangenen zwölf Monaten investierte Amazon 173,03 Milliarden Dollar, der freie Cashflow rutschte auf minus 11,63 Milliarden Dollar.
Die Aktie schloss gestern bei rund 250 Dollar. Erster Widerstand ist die Zone um 259 Dollar, an der die Aktie am 21. und 22. September scheiterte. Das 52-Wochen-Hoch bei 287,16 Dollar vom August liegt rund 15 Prozent entfernt. Unterstützung bieten die Zone um 245 Dollar und die 200-Tage-Linie kurz darunter bei rund 241 Dollar. Die nächsten Quartalszahlen wird Amazon erst Ende Oktober vorlegen.
Das AKTIONÄR-Depot bleibt bei Amazon selbstverständlich investiert.
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