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Alphabet: Neue Chip‑Pläne – TSMCs Vormachtstellung am wackeln

Alphabet: Neue Chip‑Pläne – TSMCs Vormachtstellung am wackeln
Foto: picture alliance/ Hasan Bratic
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Timo Nützel Heute, 21:10 Timo Nützel

Der Tech-Riese Alphabet dreht im Hintergrund an großen Rädern. Um die enorme Nachfrage im Bereich der künstlichen Intelligenz zu bewältigen, plant Google offenbar eine strategische Neuausrichtung bei der Produktion der eigenen KI-Prozessoren. Ein neuer Deal könnte die Halbleiterbranche kräftig durcheinanderwirbeln.

- Alphabet verhandelt mit Samsung über die Fertigung von Speicherkomponenten für die zukünftige achte Generation der eigenen KI-Chips.

- Der Tech-Riese will die Abhängigkeit vom bisherigen Hauptlieferanten TSMC verringern und Produktionsengpässe umgehen.

- Die eigenen Prozessoren bieten enorme Kostenvorteile gegenüber Nvidia und sichern die langfristige Marge im wichtigen Cloud-Bereich.

Das Branchenportal The Information berichtete, dass sich die Google-Muttergesellschaft laut Insidern in fortgeschrittenen Verhandlungen mit dem südkoreanischen Elektronikkonzern Samsung befindet. Ziel der Kooperation ist die Fertigung von Teilen der nächsten Generation der hauseigenen KI-Chips, den sogenannten Tensor Processing Units. Konkret geht es um eine Komponente namens Icefish, die mithilfe der fortschrittlichen 2-Nanometer-Technologie von Samsung produziert werden soll. Dieses Bauteil dient dazu, das Rechenherz des Chips hocheffizient mit dem Speicher zu verbinden.

Bisher setzte Alphabet bei der Produktion fast ausschließlich auf den taiwanischen Branchenprimus TSMC. Das soll sich nun ändern, um die Abhängigkeit zu reduzieren. Der Hauptprozessor des neuen Chips soll zwar weiterhin von den Taiwanern im extrem feinen 1,4-Nanometer-Verfahren hergestellt werden, doch die Aufteilung zeigt, dass Google nach Alternativen sucht. Erst kürzlich wurde bekannt, dass der Tech-Gigant auch mit Intel über die Produktion von mehr als drei Millionen Recheneinheiten für das Jahr 2028 verhandelt. TSMC kämpft zunehmend mit Kapazitätsengpässen, was für die gesamte KI-Industrie zum Nadelöhr werden könnte.

Für das Design der achten TPU-Generation arbeitet Google eng mit der Chipfirma MediaTek zusammen. Die neuen Modelle für das Training und die Anwendung von KI-Modellen wurden erst im April auf einer Konferenz in Las Vegas vorgestellt. Eine Massenproduktion wird für das Jahr 2028 angestrebt. Die Eigenentwicklungen sind für Alphabet von strategischer Bedeutung. Sie bieten eine Leistung, die mit den begehrten Grafikkarten von Nvidia vergleichbar ist, verursachen dabei jedoch um rund 80 Prozent geringere Kosten. Bereits Ende 2025 besuchten Google-Manager das neue Samsung-Werk in Texas, um Kapazitäten auszuloten. Sollte der Deal besiegelt werden, wäre dies ein Ritterschlag für Samsungs Auftragsfertigung und ein Signal an die Konkurrenz.

Alphabet (A) (WKN: A14Y6F)

Alphabet untermauert mit diesen Schritten seine Ambitionen, sich langfristig von der Abhängigkeit einzelner Chip-Hersteller zu befreien. Die Kostenersparnisse bei den eigenen Prozessoren stärken das Cloud-Geschäft nachhaltig. Die Aktie bleibt ein Basisinvestment.

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