Google sichert sich einen gewaltigen Strom-Deal und könnte damit die Energieversorgung eines geplanten Rechenzentrums in Utah neu aufstellen. An der Börse sorgt die Nachricht für einen kräftigen Kurssprung bei der Aktie des Energiepartners. Dessen Aktie kann den Kurssprung gut gebrauchen.
- Fervo Energy liefert Google künftig rund 396 Megawatt Geothermie-Strom aus Utah.
- Die Aktie des von Bill Gates unterstützten Unternehmens springt um 25 Prozent nach oben.
- Google kann den Fervo-Deal bis 2030 auf rund ein Gigawatt ausweiten.
Die Aktie eines von Bill Gates unterstützten Energieunternehmens Fervo Energy ist am Dienstag zeitweise um 28 Prozent in Richtung 20,00 Dollar nach oben gesprungen. Bereits am Montag hatte das Papier rund vier Prozent zugelegt. Auslöser für die Rally ist ein Stromabnahmevertrag mit Alphabet-Tochter Google.
Der Vertrag sieht vor, dass das Fervo Energy Google künftig mit rund 396 Megawatt Strom aus seinem Geothermieprojekt in Utah beliefert. Die Anlage soll voraussichtlich 2028 ans Netz gehen. Google will die Energie nach aktuellem Stand für ein mögliches Rechenzentrum in dem US-Bundesstaat nutzen.
Der Deal könnte zudem deutlich größer werden. Google erhält die Möglichkeit, die Vereinbarung bis Juni 2030 um rund 600 Megawatt auszuweiten. Damit würde sich das Gesamtvolumen auf etwa ein Gigawatt erhöhen.
Allerdings sind die Pläne noch nicht in Stein gemeißelt. Das Unternehmen erklärte in einer Mitteilung, die endgültigen Pläne für das Rechenzentrum hingen unter anderem von der technischen Machbarkeit, Genehmigungen auf Ebene des Bundesstaats und der Kommunen sowie den kommerziellen Rahmenbedingungen ab.
Für den Geothermie-Spezialisten ist die Vereinbarung ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem skalierbaren Geschäftsmodell. CEO Tim Latimer sprach von einem „wiederholbaren“ kommerziellen Modell. Angesichts des steigenden Strombedarfs benötigten Kunden wie Google Energiequellen, die rund um die Uhr verfügbar seien, in größerem Maßstab eingesetzt werden könnten und dort Strom lieferten, wo er gebraucht werde.
Google und Fervo Energy arbeiten bereits seit 2023 zusammen. Im Juni 2024 hatten beide Unternehmen einen Stromabnahmevertrag über 115 Megawatt unterzeichnet. Der nun vereinbarte Umfang fällt somit deutlich größer aus.
Die Börse honorierte die Nachricht mit einem Kurssprung. Dennoch bleibt die Aktie ein spekulatives Investment: Seit dem Börsendebüt am 13. Mai hat das Papier bis zum Montagsschluss rund 58 Prozent verloren. Der aktuelle Kurssprung stellt daher vor allem eine kräftige Erholung auf niedrigem Niveau dar.
Der Google-Deal liefert Fervo Energy einen prominenten Abnehmer und könnte den Weg für weitere Großverträge ebnen. Entscheidend wird nun, ob das Utah-Projekt wie geplant umgesetzt wird und Google die Ausbauoption tatsächlich zieht. Noch herrschen somit zu viele Unsicherheiten. Anleger machen daher trotz des Kurssprungs einen Bogen um Fervo Energy.
Heute, 20:07
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