SpaceX steht seit gestern auf der „US 1 List“ der Bank of America, der Liste ihrer stärksten US-Ideen mit „Kaufen“-Einstufung. Die Analysten sehen das Kursziel bei 275 Dollar, rund 85 Prozent über dem Schlusskurs; angehoben hatte die Bank es bereits am 22. Oktober von 235 Dollar.
SpaceX-Zahlen: Was hinter der Top-Liste steckt
Einen Grund für den Optimismus liefern die Zahlen zum dritten Quartal, die SpaceX am 20. Oktober vorgelegt hat. Der Umsatz sprang um 161 Prozent auf 14,58 Milliarden Dollar. Unterm Strich verdiente der Konzern 4,40 Milliarden Dollar, ein Jahr zuvor stand noch ein Verlust von 1,05 Milliarden Dollar in den Büchern. Es ist der erste Quartalsgewinn seit dem Börsengang im Juni.
Getragen wird das Wachstum von der KI-Sparte Super Intelligence, der früheren xAI. Sie steuerte 7,56 Milliarden Dollar bei und damit erstmals mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes. Das Geld verdient allerdings weiter Starlink: Von 2,79 Milliarden Dollar operativem Gewinn entfallen 2,37 Milliarden Dollar auf die Satellitensparte. Sie zählt inzwischen 13,6 Millionen Privatkunden, fast doppelt so viele wie vor einem Jahr.
Neu im Bild ist der Mobilfunk. Laut Bloomberg verhandelt SpaceX mit Infrastrukturfirmen über den Zugang zu mindestens 80.000 Mobilfunkstandorten in den USA – rund die Hälfte aller eigens gebauten Funkmasten im Land. Anfang 2028 soll Starlink Mobile starten. Für AT&T, Verizon und T-Mobile wäre das ein neuer landesweiter Konkurrent, ihre Aktien gaben nach dem Bericht nachbörslich zwischen 4,2 und 5,0 Prozent nach. Die Bank of America beziffert allein die Funktechnik für die Standorte auf rund sechs Milliarden Dollar.
Der Haken steht in der Kapitalflussrechnung. Im dritten Quartal investierte SpaceX 19,6 Milliarden Dollar, mehr als den gesamten Quartalsumsatz. Für das vierte Quartal stellt das Management 35 bis 40 Milliarden Dollar in Aussicht, den Löwenanteil für Rechenzentren für die KI. Bei rund zwei Billionen Dollar Börsenwert bezahlt der Markt vor allem Zukunft. Die Liste ändert an dieser Rechnung nichts, sie bringt die Aktie aber auf den Zettel vieler Vermögensverwalter.
Die Aktie schloss gestern bei 148,58 Dollar und liegt damit 0,65 Prozent unter der 50-Tage-Linie bei 149,55 Dollar. Den Widerstand bildet das Hoch vom 6. Oktober bei 176,42 Dollar, der Kurs liegt 15,8 Prozent darunter. Unterstützung bietet die Zone zwischen 141 und 145 Dollar, an der die Aktie im Oktober mehrfach nach oben gedreht hat. Knapp darüber verläuft der Aufwärtstrend seit dem August-Tief. Fällt der Unterstützungsbereich zwischen 141 und 145 Dollar, rückt das August-Tief bei 104,83 Dollar ins Blickfeld.
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