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12.11.2020 Benedikt Kaufmann

SAP: Warum das Management richtig liegt – und die Aktie steigen wird

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Ende Oktober hat SAP seine Jahresprognose nach unten geschraubt und die noch von Bill McDermott gesetzten Mittelfrist-Ziele von 2023 auf 2025 verschoben. Diese Anpassungen sorgten für einen Kursrutsch der SAP-Aktie. Dennoch liegt das Management mit dieser Entscheidung richtig.

Der ehemalige SAP-Chef Bill McDermott setzte dem Softwarekonzern zum Ziel von 2018 an bis 2023 jedes Jahr die Marge um rund einen Prozentpunkt zu steigern. Alle Sparten sollten auf Wachstum und Effizienz getrimmt werden, um dies zu erreichen. Gleichzeitig wollte man ab 2020 durch einen breitangelegten Stellenabbau jährlich 750 bis 850 Millionen Euro einsparen.

Dieses Ziel hat der amtierende CEO Christian Klein nun über den Haufen geworfen. Anstatt sich auf ambitionierte Mittelfrist-Ziele zu versteifen, will Klein den Fokus voll auf die Cloud legen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben – und das geht nicht ohne margenzehrende Investitionen.

Noch mehr Fokus auf eine Cloud

Nach Ansicht des AKTIONÄR die richtige Entscheidung. Denn einfach zusammengefasst läuft SAP insbesondere in den USA in Gefahr gegenüber aufstrebenden Unternehmen, die von vornherein ihr Angebot für die Cloud entwickelt haben, Marktanteile zu verlieren. Eine einheitliche Cloud-Suite ist der Schlüssel, um in diesem hart umkämpften Zukunftsmarkt auch künftig nicht nur bestehen, sondern auch wachsen zu können.

McDermott hat hier den Grundstock gelegt, indem er das Legacy-ERP-Geschäft durch die Einführung von S/4HANA in die Cloud überführte. Bei der Integration von zugekauften Cloud-Angeboten wie Fieldglass, ein System zur Verwaltung der Beschaffung von Dienstleistungen und externer Personalverwaltungsprogrammen, oder Ariba, einer Lösung zur Steuerung von Liefer- und Logistikketten, ist jedoch noch Nachholbedarf vorhanden.

Klein verspricht sich von der Entscheidung für ein besser integriertes Cloud-Angebot langfristig wachsende wiederkehrende Umsätze, höhere Cloud-Margen und eine einfachere Skalierbarkeit der Angebote, was sowohl dem Kunden als auch dem Vertrieb die Arbeit erleichtert.

Chance vs. Risiko

Sicherlich existiert das Risiko, dass es nicht gelingt, Legacy-Kunden für ein einheitliches Cloud-Portfolio aus dem Hause SAP zu begeistern. Doch was mit Unternehmen (und auch Aktien) geschieht, welche die Cloud verschlafen, zeigt IBM unter Ginni Rometty. Über acht Jahre hat der einstige Server- und Software-Gigant bereits mit sinkenden Umsätzen und schrumpfenden Margen zu kämpfen – und die IBM-Aktie hat knapp die Hälfte ihres Wertes verloren.

Die große Chance dagegen wäre eine SAP, die durch hohe Investitionen ein einheitliches und breites Cloud-Angebot für alle geschäftsrelevanten Planungs- und Verwaltungsaufgaben ihrer Kunden geschaffen hat.

Ein Management, das bereit ist, trotz eines profitablen Legacy-Geschäfts die mittelfristige Kursperformance ihrer Aktie für den Erhalt der langfristigen Wachstumszukunft zu opfern, hat von jedem Langfrist-Investor Vorschusslorbeeren verdient. DER AKTIONÄR bleibt daher – solange die SAP-Kunden den Wandel mittragen und nicht wegrennen – bei seiner Meinung: SAP long!

SAP (WKN: 716460)

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