Die Aktie des Gaming-Konzerns Roblox ist am Donnerstag im nachbörslichen Handel zeitweise um bis zu 20 Prozent gestiegen. Auslöser waren besser als erwartete Zahlen für das vierte Quartal sowie eine Prognose, die über den Markterwartungen lag.
Im Schlussquartal übertraf Roblox die Analystenschätzungen deutlich. Der Verlust je Aktie belief sich auf 45 Cent und fiel damit geringer aus als die erwarteten 48 Cent. Besonders stark entwickelten sich die Buchungen, die mit 2,2 Milliarden Dollar über den Schätzungen von knapp 2,1 Milliarden Dollar lagen.
Im Jahresvergleich legten die Buchungen im vierten Quartal um 63 Prozent zu. Gleichzeitig weitete sich der Nettoverlust auf 316 Millionen Dollar aus, nach 220 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der täglich aktiven Nutzer stieg um 69 Prozent auf durchschnittlich 144 Millionen und übertraf damit ebenfalls die Analystenschätzung von 138 Millionen.
Höhere Prognose
Für das laufende erste Quartal stellt Roblox einen Auftragseingang zwischen 1,69 und 1,74 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten rechnen mit nur 1,68 Milliarden Dollar.
Künftig will Roblox auf jährliche Prognosen verzichten. Ab 2027 sollen aufgrund systembedingter Schwankungen nur noch Quartalsausblicke veröffentlicht werden.
Roblox in der Kritik
Zuletzt stand Roblox wegen Sicherheitsbedenken und mehrerer Klagen im Zusammenhang mit dem Schutz minderjähriger Nutzer in der Kritik. Das Unternehmen reagierte unter anderem mit einer verpflichtenden Altersverifizierung für bestimmte Kommunikationsfunktionen, die inzwischen weltweit eingeführt wurde. Diese Maßnahme habe kurzfristig das Nutzer- und Buchungswachstum leicht gebremst, biete langfristig jedoch erhebliches strategisches Potenzial.
Nach eigenen Angaben zeigte die Altersprüfung, dass die Nutzerbasis jünger ist als zuvor angenommen: 38 Prozent der täglich aktiven Nutzer sind zwischen 13 und 17 Jahre alt, 35 Prozent unter 13 und 27 Prozent über 18.
Das Chartbild bei Roblox ist dennoch weiter eingetrübt. Ein Einstieg drängt sich nicht auf. Die Aktie ist keine laufende Empfehlung, stattdessen sind Nintendo und Take-Two die Favoriten des AKTIONÄR im Gaming-Sektor.
Heute, 09:05