Vor etwa einem Jahr hielt Donald Trump mit seiner erratischen Zollpolitik die Märkte in Atem. DER AKTIONÄR nahm daraufhin in der Titelgeschichte der Ausgabe 18/2025 stark positionierte Unternehmen unter die Lupe, die zu Unrecht abgestraft wurden. Mit dabei war die Aktie von Prysmian. Vorgestellt zum Kurs von 44,90 Euro, sitzen Anleger knapp zwölf Monate später auf klar dreistelligen Kursgewinnen.
Die hervorragende Performance der Aktie des italienischen Starkstromkabelherstellers verwundert nicht: Das Unternehmen mit Sitz in Mailand gehört zu den absoluten Top-Profiteuren der sektorübergreifenden Elektrifizierung. Egal ob der Ausbau der erneuerbaren Energien, die Modernisierung respektive Erweiterung bestehender Stromnetze oder der Bedarf an verlässlicher Telekommunikations- und KI-Infrastruktur: Prysmian nimmt hier vor allem bei mittleren bis großen Vorhaben eine wichtige Rolle ein.
Durch einen oligopolistisch strukturierten Markt – Prysmian konkurriert hier vor allem mit der französischen Nexans und der dänischen NKT – verfügen die Italiener über eine hohe Preissetzungsmacht.
Analysten erwarten für 2026 bei Erlösen in Höhe von 21,4 Milliarden Euro ein EBITDA von 2,76 Milliarden Euro. Unter dem Strich könnte Prysmian 4,65 Euro pro Papier verdienen. Das wäre mehr als eine Verdopplung im Vergleich zu 2023, wo die Mailänder lediglich 2,19 Euro je Aktie ausgewiesen haben. Im gleichen Zeitraum verdreifachte sich die Marktkapitalisierung in etwa.
Mit dem Sprung über das Februar-Hoch bei 106,55 Euro hat die Prysmian-Aktie ein massives Kaufsignal generiert. Seitdem konnte das Papier erneut gut zehn Euro aufsatteln. Mit einem KGV von 26 für das laufende Jahr 2026 ist das Papier allerdings kein Schnäppchen mehr. Kurzfristig erscheint das Chartbild zudem überhitzt. Der Dauerläufer ist daher nur eine Halteposition. AKTIONÄR-Leser liegen ohnehin bereits rund 160 Prozent im Plus.
Heute, 10:44