Jensen Huang ist in Berlin, und er bringt einen KI-Pakt mit. Heute Abend wollen der Nvidia-Chef und Kanzler Friedrich Merz zum Auftakt des Gipfels „Invest in Germany“ eine Partnerschaft für Künstliche Intelligenz in der Industrie vorstellen. Der Bund will laut Handelsblatt einen dreistelligen Millionenbetrag investieren.
Nvidia-Aktie: Was steckt im KI-Pakt mit Berlin?
Es geht um physische KI, also Software, die Roboter, autonome Autos und Fabriken steuert. Das Staatsgeld soll vor allem Rechenzeit bezahlen, etwa in der Industrial AI Cloud der Telekom in München, in der rund 10.000 Nvidia-Chips der Blackwell-Generation arbeiten. Nvidia schickt Ingenieure, rund ein Dutzend Firmen will mitmachen, darunter Siemens, Audi und Black Forest Labs. Vertrag und genaue Summe sind noch nicht veröffentlicht.
Für Nvidias Zahlen ist das ein Rundungsfehler. Im zweiten Geschäftsquartal bis Ende Juli setzte der Konzern 96,22 Milliarden Dollar um, 106 Prozent mehr als vor einem Jahr. Aufschlussreicher ist das Segment Edge Computing, in dem unter anderem Roboter und Autos stecken: 7,20 Milliarden Dollar, ein Plus von 27 Prozent. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs mehr als viermal so schnell.
Huang wirbt deshalb mit Souveränität: Entscheidend sei, wer Daten und Anwendungen kontrolliert, nicht wer die Hardware baut, sagte er im ZDF. Kritiker halten dagegen, dass kaum jemand den Lieferanten wechselt, der seine Industrie-KI auf Nvidia-Werkzeugen trainiert. Genau darin liegt der Wert. Der Pakt kauft keine Quartalszahl, er bindet Kunden: Wer heute Roboter in Nvidias Simulation anlernt, bestellt morgen die Chips für die Roboter selbst.
Berlin ist die vierte Station einer Europa-Woche, die einem Muster folgt. In Paris kündigte Huang am 13. Oktober Beteiligungen an vier französischen Start-ups an, darunter die Arzttermin-Plattform Doctolib, am selben Tag sagte Nvidia britischen Forschern Rechenzeit im Wert von 218 Millionen Euro zu. Am 14. Oktober stieg Nvidia in London bei fünf britischen Start-ups ein. Dort fiel auch Huangs Satz, Deutschland sei technologisch zurückgefallen: „Macht euch einfach an die Arbeit!“ In Stockholm verteidigte er am 15. Oktober den Rechenzentrumsbetreiber CoreWeave, einen der größten Abnehmer seiner Chips. Am 16. Oktober folgte in Berlin der Verkaufsstart der ersten Windows-Laptops mit Nvidias neuem KI-Chip RTX Spark. Überall gilt dasselbe Prinzip: Nvidia sichert sich die Kunden von morgen.
Die Aktie schloss am Freitag, 16. Oktober, bei 214,13 Dollar. Erster Widerstand ist die 50-Tage-Linie bei rund 223 Dollar, der Kurs liegt 4,01 Prozent darunter. Der Kurs liegt zwölf Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch bei 243,37 Dollar. Halt bietet die Aufwärtstrendlinie seit dem April-Tief bei rund 208 Dollar, darunter die 200-Tage-Linie bei rund 203 Dollar, über der die Aktie noch 5,50 Prozent notiert. Fällt sie, wäre der Aufwärtstrend seit dem Frühjahr gebrochen.
Was Huang mitbringt, zeigt sich am Mittwoch: Am 21. Oktober hält er ab 11 Uhr im Berliner Tempodrom die Keynote der Entwicklerkonferenz GTC. Die nächsten Zahlen folgen voraussichtlich am 18. November.
In eigener Sache: Chip Titans Index beim 25. ZertifikateAward
Berlin ist diese Woche Nvidias Bühne – und kann bald Ihre sein. Nvidia gehört zu den 20 Werten im AKTIONÄR Chip Titans Index. Er bündelt neben Chipdesignern wie Nvidia, AMD und Broadcom auch Ausrüster wie ASML und Applied Materials, Speicherhersteller wie Micron und SK Hynix sowie Infrastrukturwerte wie Vertiv, also genau die Lieferkette, auf der Huangs KI-Fabriken stehen. Beim 25. ZertifikateAward, der wichtigsten Auszeichnung der Zertifikatebranche, steht der Index jetzt in der Publikumsabstimmung zur Wahl. Im Vorjahr stimmten mehr als 14.000 Finanzinteressierte ab. Wer mitmacht, kann selbst nach Berlin reisen: Zu gewinnen sind drei Übernachtungen mit Frühstück für zwei Personen. Jetzt für den Chip Titans Index abstimmen.
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Hinweis auf Interessenkonflikte:
Aktien der Nvidia befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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