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13.06.2021 Benjamin Heimlich

Monday.com-IPO: Dieses Wachstum ist der Wahnsinn

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Asana

Einen Börsen-Einstand nach Maß feierte am Donnerstag Monday.com. Die Aktien des Software-Unternehmens sprangen deutlich über den Ausgabepreis und legten auch am Freitag kräftig zu. Die Lösungen der Israelis treffen den Nerv der Zeit, was sich auch in den beeindruckenden Wachstumszahlen widerspiegelt.

Bereits der erste Kurs an der Nasdaq lag fast zwölf Prozent über dem Ausgabepreis von 155 Dollar pro Aktie, der seinerseits das obere Ende der Preisspanne von 140 Dollar übertraf. Bis Freitagabend stieg der Kurs der Papiere auf mehr als 194 Dollar.

Insgesamt spülte der Börsengang dem Work-Management-Software-Unternehmen 574 Millionen Dollar in die Kasse.

Die Software-as-a-Service-Lösungen der Israelis sind modular aufgebaut und können zum Beispiel im Marketing, Customer-Relationship-Management, Projekt-Management und bei der Software-Entwicklung eingesetzt werden.

Der Markt für derartige Lösungen wird Analysten zufolge 2026 4,7 Milliarden Dollar schwer werden. Das entspricht mit einem jährlichen Wachstum in den nächsten fünf Jahren von über zwölf Prozent.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Monday mit Umsätzen in Höhe von 250 Millionen Dollar, was einem Plus von mehr als 55 Prozent entsprechen würde. Damit wachsen die Israelis auch 2021 schneller als der Wettbewerber Asana, der laut eigenen Prognosen in diesem Jahr bis zu 340 Millionen Dollar umsetzen will. Das entspricht einem Plus von fast 50 Prozent gegenüber 2020.

Monday ist mit einem 2021er KUV von 33 allerding auch teurer als der Konkurrent, der ein 21er KUV von 22 ausweist.

Asana (ISIN: US04342Y1047)

Wie bei den meisten Growth-Unternehmen geht das immense Wachstum auch bei Monday auf Kosten der Profitabilität. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stiegen die Verluste gegenüber 2019 um fast 66 Prozent.

Ein erheblicher Teil der Ausgaben entfällt auf Marketing-Aktivitäten. Alleine dieser Posten überstieg 2020 die Umsätze um mehr als 18 Prozent. Allerdings scheint das Geld gut investiert. So wuchs die Zahl der Großkunden, die mehr als 50.000 Euro Umsatz pro Jahr einbringen, im letzten Jahr um 247 Prozent auf 264.

Insgesamt hatte das Unternehmen Ende März knapp 128.000 Kunden und weist bei den Kunden, die mehr als zehn Nutzer angemeldet haben, eine recht ordentliche Net Dollar Retention Rate von 121 Prozent aus. Sie zahlten im letzten Jahr also 21 Prozent mehr für die Dienste von Monday als 2019.

Auf dem aktuellen Niveau ist das Unternehmen durchaus sportlich bewertet. Bei Kursrücksetzern könnte ein Einstieg aber interessant werden. DER AKTIONÄR nimmt Monday.com auf die Watchlist.