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Wall Street: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind da – mit Einordnung der Zahlen

Wall Street: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind da – mit Einordnung der Zahlen
Foto: Dogora Sun/Shutterstock
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Ingo Nix Heute, 14:45 Ingo Nix
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Der US-Arbeitsmarkt bleibt robust. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in der Woche bis zum 19. September um 1.000 auf 197.000 gesunken. Das teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mit. Volkswirte hatten im Schnitt mit 201.000 Anträgen gerechnet. Der Wert der Vorwoche wurde leicht von 196.000 auf 198.000 nach oben revidiert. Damit bleiben die Erstanträge nahe ihren Tiefständen der vergangenen Monate – und nehmen der Hoffnung auf eine baldige Zinspause weiter den Wind aus den Segeln.

  • Erstanträge: 197.000 (Konsens: 201.000, Vorwoche revidiert: 198.000)
  • Vierwochendurchschnitt: 202.250 (Vorwoche revidiert: 204.000)
  • Fortlaufende Anträge: 1,719 Millionen (Konsens: 1,750 Millionen, Vorwoche revidiert: 1,717 Millionen)

Auch die Zahl der fortlaufenden Anträge – sie zeigt, wie viele Menschen bereits Arbeitslosenhilfe beziehen – bleibt niedrig. In der Woche bis zum 12. September stieg sie nur leicht um 2.000 auf 1,719 Millionen. Erwartet worden waren 1,750 Millionen. Den Vorwochenwert korrigierte das Ministerium deutlich von 1,730 auf 1,717 Millionen nach unten. Wer seine Stelle verliert, findet also weiterhin vergleichsweise schnell einen neuen Job. Zeitgleich meldete das Handelsministerium für das zweite Quartal ein Leistungsbilanzdefizit von 246 Milliarden Dollar – weniger als die erwarteten 255 Milliarden, aber mehr als die 212,6 Milliarden im Vorquartal.

Aussagekräftiger als die schwankungsanfällige Wochenzahl ist der Vierwochendurchschnitt. Er sank um 1.750 auf 202.250 und liegt damit klar unter der Marke von 205.000, die über weite Strecken des Jahres als Basislinie galt. Seit Jahresbeginn liegen die Erstanträge im Schnitt bei rund 210.000 – so niedrig wie seit 1969 nicht mehr.

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Darum sind die Erstanträge für die Kursentwicklung wichtig

Die Erstanträge sind der schnellste Gradmesser für den US-Arbeitsmarkt: Sie erscheinen wöchentlich und zeigen, ob Unternehmen Personal abbauen. Derzeit haben sie besonderes Gewicht. Die Fed hat am 16. September erstmals seit 2023 die Zinsen angehoben – um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Begründet hat sie das mit der hartnäckigen Inflation, getrieben von höheren Energiepreisen durch den Iran-Krieg und den Nachwirkungen der Zölle. Ein robuster Arbeitsmarkt gibt der Notenbank Spielraum, weiter zu straffen: 16 der 18 Teilnehmer rechnen laut Projektionen mit mindestens einer weiteren Erhöhung. An der Börse gilt deshalb die umgekehrte Logik: Niedrige Erstanträge sind gute Nachrichten für die Konjunktur, aber schlechte für die Zinsfantasie.

Seit gut einem Jahr bewegen sich die Erstanträge in einer historisch niedrigen Spanne von 200.000 bis 230.000 pro Woche. Mitte Juli markierten sie mit 189.000 den tiefsten Stand seit rund 60 Jahren. Die aktuellen Daten bestätigen: Trotz Iran-Krieg, hoher Energiepreise und steigender Zinsen bleibt eine Entlassungswelle bislang aus.

Nach der Veröffentlichung der Daten tendierten die US-Futures schwächer: Die Kontrakte auf den Dow Jones lagen 0,3 Prozent im Minus, auf den S&P 500 0,5 Prozent und auf den Nasdaq 100 ein Prozent. Belastend wirkt der Ausverkauf am Anleihemarkt: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei 5,13 Prozent. Die Ölsorte WTI verteuerte sich auf 93,80 Dollar je Barrel. Im Blick steht zudem das Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Chinas Staatschef Xi Jinping. 

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