Der große DAX-Check – 40 Aktien, 40 Tipps mit Biss
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18.01.2022 Thomas Bergmann

JPMorgan: Top-Aussichten für Bilanzsaison

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Nach Einschätzung von JPMorgan Chase werden die Geschäftsergebnisse internationaler Unternehmen auch in dieser Bilanzsaison allen Zweifeln trotzen, obwohl der Start in diese nicht gerade erfolgreich verlaufen ist. Die US-Banken haben durch die Bank enttäuscht. Es sind auch nicht alle Experten so bullish wie JPMorgan.

"Unsere Gewinnaussichten für 2022 sind weiterhin sehr positiv. Dieses Jahr rechnen wir wieder mit einem deutlichen Wachstum", schrieben die Strategen unter der Leitung von Mislav Matejka am Montag in einer Mitteilung an die Kunden. "Die Gewinnspannen waren im vergangenen Jahr sehr solide und erreichten in den USA und in Europa neue Höchststände, obwohl ein steigender Druck auf die Produktionskosten befürchtet wurde."

Dieser Optimismus widerspricht allerdings den aktuellen Warnungen, dass die Inflation, steigende Zinsen, Lieferkettenprobleme und ein langsameres Wirtschaftswachstum die Aussichten der Unternehmen nach den Rekordgewinnen des letzten Jahres eintrüben werden. Die Banken an der Wall Street haben die Bilanzsaison letzte Woche mit gemischten Ergebnissen eröffnet. Die Anleger wurden enttäuscht und die Gewinnerwartungen für dieses Jahr etwas zurückgeschraubt.

Erwartung positiver Überraschungen

Matejka und seine Kollegen erwarten dennoch positive Überraschungen für das Quartal. "Entscheidend ist, dass sich die weltweite Produktion sehr stark erholt hat, das Wachstum in Asien anscheinend abgeflacht ist, die Lager langsam wieder gefüllt sind und es weniger Engpässe gibt", schrieben sie. Gute Chancen sehen sie im überbewerteten Banken- und Bergbausektor.

Für das Gesamtjahr erwartet JPMorgan ein Gewinnwachstum in der Eurozone, das mit 20 Prozent deutlich über den allgemeinen Erwartungen liegt. In dieser Woche startet die Bilanzsaison in Europa. Am Mittwoch veröffentlichen der Chiphersteller ASML und der Schweizer Luxuskonzern Richemont ihre Zahlen.

Nicht alle so zuversichtlich

Am Montag schrieben die Strategen von Credit Suisse in einer Mitteilung, dass die steigenden Renditen auf Staatsanleihen "ein Problem für den Aktienmarkt" darstellen, da sie die Gewinnspannen schmälern und die Bewertungen verschlechtern. Sie sind der Meinung, dass billigere, sogenannte Value-Aktien besser abschneiden werden und empfehlen daher eine Übergewichtung von Werten aus Kontinentaleuropa und Finanztiteln. Sie würden davon absehen, den Dip der Technologiewerte zu kaufen.

Europa aussichtsreicher als USA

Der Chefstratege von Kempen Capital Management, Joost van Leenders, ist derselben Meinung: "Wir glauben, dass die Aktienrally in Europa eher anhalten wird als in den USA", schrieb er am Montag in einer Mitteilung.

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Der Beginn der Earnings Season in den USA hat enttäuscht. Die erfolgsverwöhnten Banken haben teilweise nicht einmal die Erwartungen erfüllt. Entscheidend ist aber ohnehin, wie der Ausblick der Unternehmen ausfällt. Wegen Omikron dürften viele Unternehmen ein Fragezeichen hinter die Prognosen setzen. Sicher ist: Die Märkte werden volatiler.

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