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DER AKTIONÄR Wochenradar: 26. Oktober bis 1. November 2026

DER AKTIONÄR Wochenradar: 26. Oktober bis 1. November 2026
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Ingo Nix Heute, 10:51 ‧ Ingo Nix
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Die Woche in drei Sätzen

Ein Ausverkauf bei KI-Werten und ein Ölpreis (Brent) von rund 117 Dollar haben die Woche geprägt, SAP lieferte mit 28 Prozent Plus beim Cloud-Auftragsbestand einen Lichtblick. Jetzt kommt die dichteste Woche der Berichtssaison: Am Mittwochmorgen berichten Deutsche Bank, Mercedes-Benz und BASF, am Abend entscheidet die Fed, danach legen Microsoft und Alphabet vor. Am Donnerstag folgen die EZB, Volkswagen, Adidas und Amazon – und weil die USA erst am 1. November auf Winterzeit umstellen, öffnet die Wall Street diese Woche schon um 14:30 Uhr.

Deutschland und Europa

Der Mittwoch ist der Großkampftag im DAX. Die Deutsche Bank kam im Vorjahresquartal auf 2,4 Milliarden Euro Vorsteuergewinn, im zweiten Quartal 2026 auf 2,68 Milliarden Euro. Mercedes-Benz muss zeigen, ob die Pkw-Marge im Zielkorridor von drei bis fünf Prozent bleibt, zuletzt lag sie bei vier Prozent. BASF hat das Ziel für das EBITDA vor Sondereinflüssen im Juli auf 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro angehoben. Am Abend folgt Airbus: Bis September lieferte der Konzern 547 Flugzeuge aus, für das Jahresziel von rund 870 fehlen im Schlussquartal rund 323.

Am Donnerstag kommt Volkswagen mit einem Quartal, das die Gewinnwarnung vom September schon vorwegnimmt: Rund sechs Milliarden Euro Abschreibung auf Porsche drücken die operative Marge im Gesamtjahr auf höchstens rund ein Prozent. Adidas hat die Eckdaten bereits gemeldet – Betriebsergebnis plus 37 Prozent auf 1,01 Milliarden Euro, das Jahresziel steigt auf rund 2,5 Milliarden Euro. Am selben Morgen berichtet STMicro. Puma legt am Freitag das dritte Quartal vor, nicht wie in der Agenturvorlage das zweite.

Quartalszahlen Deutschland und Europa
Quelle: dpa-AFX, Unternehmensangaben

USA

An der Wall Street schlägt die Stunde der Wahrheit für KI-Aktien. Microsoft hat für das Quartal 89,85 bis 90,95 Milliarden Dollar Umsatz und rund 45 Prozent Azure-Wachstum angekündigt. Bei Alphabet erwarten Analysten rund 127,9 Milliarden Dollar Umsatz, nach rund 102,4 Milliarden Dollar im Vorjahr. Amazon peilt am Donnerstag 197 bis 202 Milliarden Dollar Umsatz an, am selben Abend berichtet Intel. Meta hat bereits am 21. Oktober vorgelegt und verlor trotz kräftigen Umsatzwachstums rund sieben Prozent – das zeigt, wie empfindlich der Markt auf höhere Investitionsprognosen reagiert. Apple berichtet erst am 2. November. Wie nervös der Markt ist, zeigen die Optionen: Sie preisen nach den Zahlen Bewegungen von rund fünf Prozent bei Microsoft und Alphabet, 7,7 Prozent bei Amazon und 8,3 Prozent bei Intel ein. Daneben liefern Boeing, Visa, UPS und S&P Global am Dienstag, Caterpillar, Eli Lilly und Merck am Donnerstag sowie ExxonMobil, Chevron und AbbVie am Freitag Daten aus der Breite der Wirtschaft.

Quartalszahlen USA
Quelle: Unternehmensangaben, MarketBeat, Hudson Labs, dpa-AFX

Die wichtigsten IR-Termine auf einen Blick

Am Montag endet bei SpaceX die nächste Stufe der Haltefrist nach dem Rekord-Börsengang vom Juni: Bis zu 328 Millionen Aktien, rund 2,4 Prozent aller Anteile, werden handelbar. Die Aktie notiert knapp zehn Prozent über dem Ausgabepreis von 135 Dollar. Am Mittwoch bringt Thyssenkrupp die Werkstoffsparte TK Accelis an die Frankfurter Börse. Aktionäre erhalten eine neue Aktie je 20 Thyssenkrupp-Aktien, der Konzern behält 51 Prozent. Am Nachmittag lädt Oracle zum Investor Day, am Abend stellt Apple in Los Angeles neue Produkte vor. Am Donnerstag stimmen die Aktionäre von Monte dei Paschi über die Verschmelzung mit Mediobanca ab.

IR-Termine
Quelle: dpa-AFX, Unternehmensangaben

Konjunktur und Notenbanken

In Deutschland eröffnet das Ifo-Geschäftsklima am Montag um 10:30 Uhr die Woche, zuletzt stieg es fünfmal in Folge auf 89,9 Punkte. Erwartet werden 89,8 Punkte. Am Freitag um 10:00 Uhr folgen das Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal (Q2: plus 0,3 Prozent; erwartet wird ein Plus von 0,1 Prozent, die Bundesbank sieht eher Stagnation), der Arbeitsmarkt und im Tagesverlauf die Verbraucherpreise, im September lag die Teuerung bei 3,3 Prozent.

In der Eurozone entscheidet die EZB am Donnerstag um 14:15 Uhr. Nach der Anhebung auf 2,50 Prozent im September erwarten 70 von 73 befragten Ökonomen eine Pause. Wichtiger ist der Ausblick: Die Inflation lag im September bei 3,8 Prozent, eine Mehrheit rechnet mit einer Anhebung im Dezember. Am Freitag kommt das BIP der Eurozone.

In den USA entscheidet die Fed am Mittwoch um 19:00 Uhr, die Pressekonferenz mit Kevin Warsh beginnt um 19:30 Uhr. Eine weitere Anhebung über die Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent hinaus preist der Terminmarkt nur mit rund zehn Prozent ein. Am Donnerstag folgen das BIP für das dritte Quartal – erwartet werden 3,0 Prozent annualisiert nach 2,2 Prozent – und die PCE-Preise: Konsens 3,6 Prozent, Kernrate 3,1 nach 3,0 Prozent.

In Asien tagt die Kommunistische Partei Chinas von Montag bis Donnerstag zum Fünften Plenum, im Mittelpunkt steht die Parteidisziplin. Die Bank of Japan entscheidet am Freitag, eine Anhebung über 1,25 Prozent gilt als unwahrscheinlich.

Konjunktur und Notenbanken
Quelle: ifo, Fed, CME, BEA, EZB, Destatis

Microsoft- und Alphabet-Aktie: Rechtfertigt die Cloud die Rekordinvestitionen?

Beide Konzerne berichten am Mittwoch nach US-Börsenschluss, rund zwei Stunden nach dem Fed-Entscheid. Alphabet hat das Investitionsziel für 2026 im Juli auf 195 bis 205 Milliarden Dollar erhöht, Microsoft hat allein für das Septemberquartal mehr als 50 Milliarden Dollar angekündigt. Entscheidend ist, ob das Cloud-Wachstum Schritt hält: Bei Microsoft ist es das Azure-Plus von rund 45 Prozent, bei Alphabet das Wachstum von Google Cloud. Wie schnell das kippen kann, hat Meta gezeigt: starke Zahlen, aber höhere Ausgaben – und die Aktie fiel. Liefern beide über Plan, wäre das die beste Antwort auf den KI-Ausverkauf dieser Woche.

Fed und EZB: Zwei Zinsentscheide binnen 20 Stunden

Fed und EZB haben im September angehoben, nun dürften beide pausieren. Die Fed hält die Spanne laut Erwartung bei 3,75 bis 4,00 Prozent, die EZB den Einlagensatz bei 2,50 Prozent. Spannend wird, wie offen beide die Tür für Dezember halten: In den USA lag die Inflation im September bei 3,7 Prozent, in der Eurozone bei 3,8 Prozent, getrieben vom hohen Ölpreis. Signalisieren Warsh und Lagarde Gelassenheit, hilft das Anleihen und Wachstumswerten. Betonen sie die Inflationsrisiken, steigen die Renditen wieder.

Die fünf wichtigsten Termine der Woche

Rang 1 gehört Microsoft und Alphabet am Mittwochabend, Rang 2 dem Fed-Entscheid am selben Tag, Rang 3 der EZB am Donnerstag. Dahinter folgen der DAX-Morgen mit Deutscher Bank, Mercedes-Benz und BASF sowie Amazon am Donnerstagabend. Am Freitag ist zudem Stichtag für die Neuzusammensetzung der Russell-Indizes, die am 11. Dezember umgesetzt wird.

Fünf Termine
Quelle: Unternehmensangaben, Fed, EZB
DAX (WKN: 846900)

Der DAX beendete die Woche mit einem Minus von 1,72 Prozent bei 25.182 Punkten, der S&P 500 verlor 0,46 Prozent auf 7.624 Punkte. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei 4,99 Prozent. Eine weitere Fed-Anhebung am 28. Oktober preist der Terminmarkt laut CME FedWatch mit rund zehn Prozent ein, für Dezember mit rund 80 Prozent. Brent stieg in der Woche um sechs Prozent auf rund 117 Dollar, den höchsten Schluss seit April. Am Wochenende hat sich die Lage am Golf weiter zugespitzt: Laut iranischen Revolutionsgarden liefen zwei Supertanker mit zusammen mehr als 4,5 Millionen Barrel in der Straße von Hormus auf Seeminen. Die Huthis feuerten Raketen auf Riad, Taif und Yanbu, die abgefangen wurden, und reklamieren Angriffe auf zwei Ölanlagen und eine Pipeline – unabhängig bestätigt ist das nicht.

Ein US-Angriff auf Iran blieb bis Sonntagmorgen aus; die USA rüsten den Flugzeugträger USS George Washington auf, viele Beobachter rechnen mit Schlägen erst nach den Kongresswahlen am 3. November. Für Montag könnte damit ein weiterer Ölpreisschub drohen. Der wichtigste Termin für DAX und Wall Street ist der Mittwoch: morgens Deutsche Bank, Mercedes-Benz und BASF, abends Fed, Microsoft und Alphabet.

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Enthält Material von dpa-AFX

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