++ 5 Kracher-Aktien jenseits des DAX ++

DER AKTIONÄR Wochenradar: 14. bis 18. September 2026

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Foto: iStockphoto
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Ingo Nix Heute, 10:48 Ingo Nix
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Die Woche in drei Sätzen

Die Berichtssaison macht Pause, und genau deshalb wird diese Woche von den Notenbanken regiert: Fed, Bank of England und Bank of Japan entscheiden innerhalb von 62 Stunden. Dazwischen drängt sich der dichteste Kapitalmarkttag des Quartals – allein am Donnerstagnachmittag laden vier Unternehmen ihre Investoren, darunter mit DHL ein DAX-Schwergewicht, das seine Mittelfristziele neu justieren muss. Wer diese Woche nur auf Quartalszahlen schaut, sieht ein leeres Blatt und übersieht die eigentliche Musik.

Deutschland

Aus dem DAX kommt in dieser Woche keine einzige Zahl. Der deutsche Beitrag zur Woche besteht aus Terminen, nicht aus Berichten: Bechtle und Wacker Chemie laden am Donnerstag zum Kapitalmarkttag, SMA Solar eröffnet am selben Tag eine neue Gigawatt-Fabrik in Anwesenheit des Bundesfinanzministers. Der einzige Datenpunkt mit Marktwirkung ist der ZEW-Index am Dienstagvormittag – der erste Stimmungstest nach der Haushaltswoche im Bundestag.

Europa

Europa meldet genau einmal. Next legt am Donnerstagmorgen Halbjahreszahlen vor und ist damit für die kommenden Wochen der einzige belastbare Gradmesser für den europäischen Konsum. Entscheidend ist weniger der Umsatz als die Marge im Vollpreisgeschäft: Sie zeigt, ob der Handel die Rabattschlacht des Sommers verhindern konnte. Dazu kommen mit Kontron in Österreich und Argenx in den Niederlanden zwei Termine, die außerhalb der großen Indizes liegen, aber für ihre Sektoren Signalwirkung haben.

Deutschland und Europa
Quelle: dpa-AFX, Unternehmensangaben
Deutschland und Europa

USA

Die US-Seite steht ganz im Zeichen des Mittwochabends. Der Zinsentscheid um 20:00 Uhr ist der Taktgeber der Woche, wobei der Dot Plot schwerer wiegt als der Schritt selbst – der Markt hat die Entscheidung längst eingepreist, die Projektionen für das kommende Jahr nicht. Unternehmensseitig meldet kein Wert aus S&P 500 oder Nasdaq 100 Zahlen; stattdessen laden Salesforce und ON Semiconductor am Mittwoch sowie Intuit am Donnerstag zu Investorenveranstaltungen.

USA
Quelle: dpa-AFX, Unternehmensangaben
USA

IR-Termine

Neu ist die Rubrik IR-Termine, hier finden Sie Kapitalmarkttage, Analystentage und Hauptversammlungen. In dieser Woche ist sie die eigentliche Terminseite. Sieben von acht Einträgen fallen auf den Donnerstag, vier Kapitalmarkttage laufen parallel. Wer plant, sollte die Überschneidung im Blick behalten: DHL in London um 16:00 Uhr trifft auf Intuit um 17:00 Uhr, und beide laufen bereits in die Reaktion auf den Fed-Entscheid vom Vorabend hinein.

IR-Termine
Quelle: dpa-AFX, Unternehmensangaben
IR-Termine

Konjunktur und Verfall

Die Wirtschaftsdaten stehen in dieser Woche ausnahmsweise über den Unternehmenszahlen. Drei Notenbanken entscheiden binnen 62 Stunden, und die entscheidenden Vorlaufdaten liegen jeweils direkt davor: die britischen Verbraucherpreise am Mittwochmorgen vor der Bank of England, die US-Einzelhandelsumsätze am Mittwochnachmittag vor der Fed, die japanischen Verbraucherpreise in der Nacht zum Freitag vor der Bank of Japan. Der chinesische Datenblock am Dienstagmorgen ist der wichtigste des Monats und läuft in Europa vor Handelsbeginn.

Den Schlusspunkt setzt der große Verfall am Freitag: An der Eurex wird ab 12:00 Uhr gestaffelt abgerechnet – zuerst die STOXX-Indizes, um 13:00 Uhr DAX und TecDAX, fünf Minuten später der MDAX, zum Handelsschluss um 17:30 Uhr die Aktienoptionen.

In den USA verteilt sich der Verfall auf zwei Zeitpunkte: Die Standard-Optionen auf den S&P 500 werden aus den Eröffnungskursen des Freitags abgerechnet, Aktien- und ETF-Optionen sowie die PM-Kontrakte laufen bis zum Handelsschluss um 22:00 Uhr. Daher der Volumenschub in der letzten Handelsstunde.

Die vierteljährliche Neugewichtung der S&P-Indizes greift zwar erst vor der Eröffnung am Montag, umgesetzt wird sie aber schon in der Schlussauktion des Verfallstags – Bloom Energy, Illumina und Everpure rücken in den S&P 500 auf, Molson Coors, The Trade Desk und Builders FirstSource weichen. Erfahrungsgemäß ziehen Umsatz und Schwankungsbreite bereits in den Tagen davor an, was die Reaktion auf den Fed-Entscheid zusätzlich verzerren kann.

Konjunktur und Notenbanken
Quelle: dpa-AFX, Statistikbehörden
Konjunktur und Notenbanken

Fed: Der Dot Plot schlägt den Zinsschritt

Am Mittwochabend entscheidet die Fed zum sechsten Mal in diesem Jahr. Die interessantere Zahl steht nicht im Statement, sondern in den Projektionen: Wie viele Senkungen trauen sich die Mitglieder für das kommende Jahr zu? Der Markt preist derzeit einen deutlich schnelleren Pfad ein, als die Juni-Projektionen nahelegten. Klafft diese Lücke nach der Veröffentlichung weiter auseinander, bekommen vor allem die zinssensiblen Segmente Druck – Immobilienwerte, Nebenwerte, alles mit langer Duration. Die entscheidende Frage für Donnerstag lautet deshalb nicht, ob gesenkt wurde, sondern ob Powell die Markterwartung in der Pressekonferenz bestätigt oder einfängt. Bemerkenswert ist die Taktung: Die Bank of England entscheidet 17 Stunden später, die Bank of Japan am Freitag. Selten lagen drei große Notenbanken so dicht beieinander.

DHL: Kapitalmarkttag nach zwei mageren Jahren

DHL lädt am Donnerstagnachmittag nach London – der erste Kapitalmarkttag seit der Neuaufstellung der Konzernstruktur. Der Frachtzyklus war zwei Jahre lang schwach, das Expressgeschäft leidet unter dem Preisdruck im transpazifischen Verkehr, und das Briefgeschäft trägt die Kosten der regulierten Zustellung. Entsprechend geht es um zwei Dinge: Wie belastbar ist das Mittelfristziel für das operative Ergebnis, und wie viel Kapital fließt künftig in Rückkäufe statt in Zukäufe? Wer die Aktie hält, sollte auf die Formulierungen zum freien Cashflow achten – dort entscheidet sich, ob die Dividende auf dem erreichten Niveau abgesichert ist. Der Termin liegt ungünstig: Er beginnt, während die Märkte den Fed-Abend noch verarbeiten.

Konjunktur und Notenbanken
Quelle: dpa-AFX, Statistikbehörden
Konjunktur und Notenbanken

Unter dem Strich ist das eine Woche für Vorbereitung, nicht für Reaktion. Die Zahlenwelle setzt erst am 23. September mit KWS Saat und Bosch wieder ein, danach folgt Ende September das Quartalsende mit der üblichen Umschichtung in den Indizes. Bis dahin lohnt es sich, die Kapitalmarkttage des Donnerstags auszuwerten – dort werden die Prognosen gesetzt, an denen sich die Berichte im Oktober messen lassen müssen.

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