Der DAX hat in der vergangenen Handelswoche ein Rekordhoch erklommen. Zum Start in die neue Handelswoche dürfte sich das Börsenbarometer auf hohem Niveau behaupten. Der Wochenausblick.
Doch die DAX-Rally hat ihren Preis. Mittlerweile hat sich der deutsche Leitindex deutlich von der 21-Tage-Durchschnittslinie entfernt, die aktuelle bei 24.860 Zähler verläuft. Eine Rückkehr unter die alte Bestmarke bei 25.500 Punkten wäre daher kein Beinbruch, sondern ein gesunder Zwischenschritt. Während manche Analysten vor einer "zähen Seitwärtsphase" warnen, bleibt die Stimmung jedoch grundlegend optimistisch: Die DZ Bank hält beispielsweise an ihrem Jahresendziel von 27.500 Punkten fest.
Indes bleibt die geopolitische Lage angespannt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies russische Berichte über die Einnahme von Kostjantyniwka als „x-te russische Lüge“ zurück. Gleichzeitig gratulierte Kremlchef Wladimir Putin US-Präsident Donald Trump zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit. Das US-amerikanische Institut für Kriegsstudien (ISW) sieht in den russischen Vorstößen auch den Versuch, von innenpolitischen Problemen abzulenken.
Bewegung zeigt sich derweil auf diplomatischer Ebene. Donald Trump telefonierte sowohl mit Selenskyj als auch mit Putin, um Möglichkeiten für eine Deeskalation des Krieges auszuloten. Die Gespräche sollen im Umfeld des bevorstehenden NATO-Gipfels fortgesetzt werden. Ob daraus konkrete Fortschritte entstehen, ist jedoch offen. Solange die Kämpfe im Donbass mit unveränderter Härte weitergehen, bleiben politische Annäherungen vor allem ein Signal – noch keine Wende.
Die Termine der kommenden Woche
Der Konjunkturkalender ist eng getaktet. Am Montag stehen die Erzeugerpreise und der Einzelhandelsumsatz für die Eurozone (Mai) im Fokus, bevor am Nachmittag der Einkaufsmanagerindex für den US-Dienstleistungssektor veröffentlicht wird. Am Dienstag folgen Daten zur deutschen Industrieproduktion (Mai). Zur Wochenmitte wird es geldpolitisch spannend: Am Mittwochabend veröffentlicht die US-Notenbank das Protokoll ihrer jüngsten FOMC-Sitzung. Marktbeobachter werden zudem genau auf die Konsumentenkredite (21:00 Uhr) blicken, um zu sehen, ob die Zinslast den US-Wachstumsmotor bereits abbremst.
Unternehmensseitig startet der Montag mit Pre-Close-Calls bei der AKTIONÄR-Empfehlung Aumovio sowie GEA; zudem legt Repsol Q2-Umsatzzahlen vor. Der Dienstag steht im Zeichen von Shell, die ihre Q2-Eckdaten vorlegen. Nachdem Shell im Q1 einen bereinigten Gewinn von 6,9 Milliarden Dollar bei 69,7 Milliarden Dollar Umsatz erzielte, dämpfte der Konzern zuletzt die Erwartungen aufgrund von Konflikten im Nahen Osten. Parallel finden die Hauptversammlungen von Delticom und Heckler & Koch statt.
Der Donnerstag wird zum Berichtstag: Südzucker präsentiert Q1-Zahlen, OMV Q2-Umsätze, und der US-Gigant PepsiCo liefert Q2-Ergebnisse. Auf HV-Ebene stehen Fielmann, Hornbach und Alstom im Rampenlicht. Zudem blickt der Markt um 14:30 Uhr auf die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Zum Wochenausklang am Freitag gibt die Porsche AG einen Pre-Close-Call zum zweiten Quartal ab, Volkswagen veröffentlicht die Absatzzahlen für das Q2/26, und Delta Air Lines legt Quartalszahlen vor.
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