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DAX: Gegen Infineon ist kein Kraut gewachsen

DAX: Gegen Infineon ist kein Kraut gewachsen
Foto: Shutterstock
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Thomas Bergmann Heute, 10:30 Thomas Bergmann

Der DAX hat sich im zweiten Quartal 2026 eindrucksvoll zurückgemeldet. 10,21 Prozent betrug das Plus. Noch stärker liefen einzelne Titel: Halbleiter, Industrie, Laborzulieferer, Infrastruktur und Sportartikel standen im Fokus. Die Rangliste zeigt, wo Anleger im starken Börsenquartal am meisten verdienten – und welche Storys dahinterstecken.

– Infineon war mit einem Plus von 114,9 Prozent der klare Spitzenreiter im DAX.
– Siemens ist mittlerweile der schwerste Wert im DAX.
– Nach der Rally steigt bei mehreren Titeln die Messlatte für die kommenden Quartale.

Platz 5: Adidas +31,3 Prozent – Der Sportartikelkonzern kommt langsam in Form. Im ersten Quartal stieg der währungsbereinigte Umsatz um 14 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro, der operative Gewinn legte auf 705 Millionen Euro zu. Für Anleger entscheidend: Adidas wächst wieder breiter – nicht nur über Lifestyle, sondern auch über Performance-Kategorien wie Running und Football. Das stützte die Turnaround-Story.

Platz 4: Hochtief +32,5 Prozent – Der Bau- und Infrastrukturkonzern profitierte von starken Zahlen und dem DAX-Aufstieg. Im ersten Quartal stieg der operative Nettogewinn um 30 Prozent, die Neuaufträge legten währungsbereinigt um 27 Prozent zu, der Auftragsbestand erreichte 79,3 Milliarden Euro. Zusätzlich wurde Hochtief im Juni in den DAX aufgenommen. Das erhöhte die Sichtbarkeit bei institutionellen Anlegern.

Platz 3: Merck +36,5 Prozent – Merck überzeugte mit einem soliden Jahresstart und einer angehobenen Prognose. Für 2026 stellt der Konzern nun 20,4 bis 21,4 Milliarden Euro Umsatz sowie ein EBITDA pre von 5,7 bis 6,1 Milliarden Euro in Aussicht. Vor allem stärkere Impulse aus Life Science halfen. Für die Aktie war wichtig: Die operative Erholung wird wieder greifbarer.

Platz 2: Siemens +36,7 Prozent – Siemens profitierte von starker Nachfrage in den Bereichen Industrie, Infrastruktur und Elektrifizierung. Im zweiten Quartal stiegen die Aufträge vergleichbar um 18 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro, der Umsatz legte vergleichbar um 6 Prozent zu. Besonders Smart Infrastructure profitierte von Großaufträgen bei Rechenzentren und Halbleiterkunden. Damit bekam die Aktie zusätzlichen Rückenwind aus der KI-Infrastruktur-Story.

Platz 1: Infineon +114,9 Prozent – Der Halbleiterkonzern war der klare DAX-Spitzenreiter. Entscheidend war die neue KI-Fantasie: Infineon hob die Jahresprognose an, weil die Nachfrage nach Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren stark anzog. Im zweiten Geschäftsquartal erzielte der Konzern 3,812 Milliarden Euro Umsatz und eine Segmentergebnismarge von 17,1 Prozent.

DAX (WKN: 846900)

Die KI-Fantasie hat in den letzten Wochen erste Risse bekommen. Infineon und Hochtief sollten daher genau beobachtet werden. Bei Adidas nimmt das Momentum Fahrt auf – Anleger sollten an Bord bleiben, genauso wie beim DAX-Schwergewicht Siemens. Bei Merck muss man der jüngsten Übernahme Zeit geben, sich zu entfalten. 

FAQs:

Warum heißt der DAX eigentlich DAX?

DAX steht für Deutscher Aktienindex. Er bündelt die wichtigsten börsennotierten Unternehmen am deutschen Aktienmarkt und gilt deshalb als zentrale Messlatte für die Börsenstimmung in Deutschland.

Sind DAX-Gewinner automatisch gute Kaufkandidaten?

Nein. Eine starke Quartalsperformance zeigt Momentum, ersetzt aber keine Analyse. Entscheidend ist, ob Kursanstieg, Bewertung und operative Entwicklung noch zusammenpassen.

Warum können einzelne DAX-Aktien viel stärker steigen als der Index?

Der DAX ist ein Durchschnitt aus 40 Werten. Einzelne Aktien können durch Prognoseanhebungen, Sektortrends, Indexaufnahmen oder starke Zahlen deutlich besser laufen als der Gesamtmarkt.

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