OpenAI spielt bei der US-Regierung auf Zeit. Laut Medienberichten, hat das Unternehmen von Sam Altman erste Gespräche geführt, um dem US-Staat eine Beteiligung von fünf Prozent an der Firma zu übertragen. Der Vorstoß zielt darauf ab, politische Hürden im Vorfeld eines geplanten Börsengangs abzubauen.
Das Kalkül hinter dem Angebot ist strategisch: Indem der Staat direkt am Erfolg beteiligt wird, will Altman das Narrativ der „gesellschaftlichen Dividende“ bedienen. Als Vorbild dient der Alaska Permanent Fund, der Öleinnahmen in einen Staatsfonds leitet und an die Bürger ausschüttet. Altman schwebt ein ähnliches Konstrukt für den KI-Pionier vor.
Die Gespräche fanden auf höchster Ebene statt. Zu den Adressaten gehören US-Präsident Donald Trump, Handelsminister Howard Lutnick und Finanzminister Scott Bessent. Auch Senator Bernie Sanders, der erst im Juni eine Sondersteuer von 50 Prozent auf KI-Giganten forderte, wurde in die Überlegungen einbezogen. Ob das Modell Schule macht, bleibt offen: Es ist unklar, ob Tech-Schwergewichte wie Google oder Meta dem Vorschlag folgen würden.
Druck durch Börsenpläne und Regulierung
Der Zeitpunkt für diesen Vorstoß ist kein Zufall. OpenAI hat vor wenigen Wochen vertraulich Unterlagen für einen Börsengang eingereicht. Mit einer staatlichen Beteiligung könnte das Unternehmen den regulatorischen Gegenwind abmildern, der derzeit durch Washington weht.
Die US-Regierung verschärft die Kontrolle der Branche massiv. Neue Sicherheitsstandards für „Frontier AI“-Modelle stehen kurz vor der Veröffentlichung. Dabei geht es vor allem um Prüffristen und klare Vorgaben, wer Zugriff auf die leistungsstärksten Systeme erhält. Die Trump-Administration hat bereits signalisiert, dass sie ihre Macht nutzt: Die Einführung von OpenAI-Modellen wurde teilweise gestaffelt, für Anthropic gab es zeitweise Exportbeschränkungen aufgrund von Sicherheitsbedenken.
Das 5-Prozent-Angebot ist ein diplomatisches Manöver zur Risikominimierung. OpenAI versucht, sich durch eine finanzielle Verflechtung mit dem Staat vor einer allzu restriktiven Regulierung zu schützen. Für Investoren ist das Signal klar: OpenAI opfert einen Teil seiner Bewertung, um sich den Marktzugang und eine „Lizenz zum Wachsen“ im strenger regulierten US-Markt zu sichern. Ob die Regierung dieses Angebot annimmt und ob die Konkurrenz mitzieht, wird darüber entscheiden, ob KI-Unternehmen in den USA künftig als private Konzerne oder als teilstaatliche Infrastruktur fungieren.
Das 5-Prozent-Angebot ist ein diplomatisches Manöver zur Risikominimierung. OpenAI versucht, sich durch eine finanzielle Verflechtung mit dem Staat vor einer allzu restriktiven Regulierung zu schützen. Alles was Sie jetzt zu den IPOs von OpenAI und Anthropic wissen müssen und welche Proxys jetzt ins Depot gehören, erfahren Sie im Aktien-Report „Nach SpaceX: Das sind die nächsten Mega-IPOs.“
Heute, 14:29