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04.10.2020 Martin Mrowka

Corona-Erkrankung von Trump hält DAX und Co in der neuen Woche in Schach

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DAX

In den kommenden Tagen dürften sich die Anleger angesichts der Unsicherheiten um den Gesundheitszustand von Donald Trump und die nahende US-Präsidenten-Wahl mit Aktienkäufen zurückhalten. Ob der Deutsche Aktienindex so in der neuen Woche einen Grundstein für eine häufig zitierte Jahresendrallye legen kann, steht angesichts der auch in Deutschland weiter grassierenden Corona-Pandemie in den Sternen. Ein Wochenausblick.

Die im November anstehenden US-Wahlen dürften vorerst auch bei den Anlegern in Deutschland im Fokus bleiben. Der an Covid-19 erkrankte Donald Trump zeigte zuletzt offenbar nur leichte Corona-Symptome, von einer Intensiv-Behandlung ist derzeit keine Rede. Seine Ärzte im Militärkrankenhaus in Bethesda nördlich von Washington geben jedoch noch keine Entwarnung. Trump selbst meldete sich in der vergangenen Nacht via Twitter mit einer vierminütigen Video-Botschaft aus dem Krankenhaus. Erst die kommenden Tage würden zeigen, wie es weitergeht.

Ob die Infektion die Wahl-Chancen des US-Präsidenten beeinflussen wird, ist derzeit nach Ansicht von Experten schwer einzuschätzen. Geht es nach Trumps Wahlkampfteam sollen seine Kinder und Vizepräsident Mike Pence für ihn im Wahlkampf einspringen.

Der US-Präsident gilt bislang als Garant für weiter steigende Aktienmärkte, dem Demokraten Joe Biden jedoch wird eine etwas wirtschaftsunfreundlichere Politik nachgesagt. Anlagestratege Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank wähnt die Aktienmärkte vorerst in einer "volatilen Seitwärtsbewegung."

Am vergangenen Freitag konnte der DAX sein Tages-Minus von zeitweise bis zu 1,5 Prozent letzlich doch deutlich reduzieren, ging nur noch 0,3 Prozent tiefer bei 12.689 Punkten über die Ziellinie. Trotz vier Verlusttagen in Folge konnte er dank des starken Montags ein Wochen-Plus von 1,8 Prozent einfahren.

DAX (WKN: 846900)

Experten äußern ihre Zweifel, ob der Leitindex zeitnah die Marke von 13.000 Punkten wieder in Angriff nehmen kann. Zuletzt war er nach oben an der 50-Tage-Linie abgeprallt. "Beruhigend wirkt derzeit nur noch die offenbar verlässliche Nachfrage am langfristigen Durchschnittspreis", kommentierte Andreas Büchler von Index-Radar. Die damit gemeinte 200-Tage-Linie verläuft derzeit bei knapp unter 12.200 Punkten. Darunter hatte der DAX letztmals vor drei Monaten gelegen.

Jede Erfolgsmeldung zu einem (weiteren) Corona-Impfstoff dürfte die Aktienmärkte indes stützen. Sowohl BioNTech als auch CureVac hatten weitere Ergebnisse ihrer Forschungen für Oktober angekündigt.

Trumps Corona-Erkrankung als zusätzlicher Unsicherheitsfaktor

Laut der Helaba birgt die am Freitag vermeldete Corona-Ansteckung von Donald Trump vorerst jedoch einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor, was die im November anstehenden Präsidentschaftswahlen betrifft. Anleger bevorzugten daher eher Anlagemöglichkeiten mit weniger Risiko.

Da Trump mit seinen 74 Jahren zu den Risikogruppen zählt, gilt es als offen, ob und wie der Wahlkampf mit ihm in der entscheidenden Phase weiter gehen kann. Das nächste TV-Duell mit Trumps Herausforderer Joe Biden ist bereits für den 15. Oktober anberaumt. Ein möglicher unklarer Wahlausgang gilt als derzeit größtes Risiko für die Aktienmärkte.

Gefahr von Komplikationen

"Das positive Testergebnis darf als harter Rückschlag im Kampf um den Erhalt des Präsidentenstuhls gewertet werden", sagte Marktbeobachter Timo Emden von Emden Research am Freitag. Er glaubt, dass die Gefahr von Komplikationen bei Trump die Konstellation für Anleger besorgniserregend macht.

Der Chefstratege John Vail vom Vermögensverwalter Nikko warnt jedoch davor, bei verstärktem Fokus auf die US-Wahlen andere wichtige Themen zu verdrängen. Allen voran erwähnte er dabei die Entwicklung der Pandemie im kälteren Herbst mit ihren potenziellen Folgen für die Wirtschaft. Aber auch geopolitische Risikofaktoren, darunter die Brexit-Gespräche oder aber der US-Handelskonflikt mit China, sollten Anleger nicht außer Acht lassen.

Französische Regionen nähern sich Lockdown

Frankreich hat mit 16.972 Corona-Neuinfektionen gestern einen Tagesrekord erzielt. Wie die Behörden am Samstagabend mitteilten, wurde damit der bisherige Höchstwert von 16.096 neuen Fällen vom 24. September überschritten. Die Corona-Lage in Frankreich ist sehr angespannt. Bisher starben in der Covid-19-Pandemie dort rund 32.000 Menschen.

In vielen Städten Frankreichs gilt die Maskenpflicht auch unter freiem Himmel. In der Hafenstadt Marseille haben Bars und Restaurants komplett geschlossen. In Paris droht wegen der angespannten Corona-Lage ebenfalls ihre Schließung. Bis auf die an Deutschland grenzende Region Grand Est gilt für Frankreich eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts.

Für Deutschland meldete das Robert Koch-Institut heute eine vergleichsweise etwas niedrigere Zahl an neuen Corona-Infektionen gemeldet. Die Gesundheitsämter hatten am Samstag 2.279 Fälle übermittelt, wie das RKI am Morgen bekanntgab. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.

Wenige Konjunkturdaten

Nachdem der jüngste Arbeitsmarktbericht aus den USA gerade durch ist, stehen in der neuen Woche nur wenige Termine mit potenziell größerer Kursrelevanz auf der Agenda. Am Montag zählen diverse Einkaufsmanager-Indizes für den Dienstleistungssektor dazu, am Dienstag und Mittwoch noch Auftrags- und Produktionszahlen aus der deutschen Industrie.

In Sachen Geld- und Fiskalpolitik werden die Anleger in den kommenden Tagen wohl auch verstärkt über den Atlantik schauen. So tickt in Washington die Uhr, damit sich die politischen Parteien doch noch vor der Präsidentschaftswahl auf ein umstrittenes neues Konjunkturpaket einigen können. Geldpolitisch könnten diverse Auftritte vor allem von Vertretern der US-Notenbank Fed das Interesse auf sich ziehen.

Unternehmensseitig stehen in der neuen Woche ein paar endgültige Quartalszahlen an – unter anderem von Ethanol-Hersteller CropEnergies und Südzucker. Die Berichtssaison der Unternehmen zum dritten Quartal wird erst Mitte Oktober von einigen US-Banken eingeläutet.  (Mit Material von dpa-AFX)

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