Kommt jetzt der Crash? Im Zweifel: Kaufen
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19.07.2021 Thomas Bergmann

Update: DAX auf Tagestief – 400 Zähler weg!

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DAX

Die deutschen Anleger haben offensichtlich die Hoffnung auf neue Höchstkurse aufgegeben. Nach schwachen Vorgaben aus Asien und von Seiten der US-Futures gibt der DAX am frühen Nachmitta über 400 Zähler ab und generiert damit neue technische Verkaufssignale. Jetzt wird es spannend zu beobachten, ob die wichtige 15.000-Punkte-Marke hält.

Inflationssorgen und die Angst vor einer 4. Corona-Welle belasten den deutschen Aktienmarkt zum Wochenstart. Zeitweise verliert der Leitindex 425 Zähler auf 15.115 Punkte. Der DAX notiert damit nicht nur unterhalb der Trendkanalbegrenzung bei 15.500, sondern auch unter den Tagestiefs vom 21. Juni und 8. Juli.

DAX (WKN: 846900)

Sollte nicht zeitnah eine Stabilisierung eintreten, dürfte nach zwei Monaten wieder die Unterstützung bei 15.000 in den Fokus rücken. Dort stand der DAX zuletzt am 19. Mai, konnte aber danach in kurzer Zeit mehr als 800 Zähler gutmachen. Zuvor hatte der Index zweimal diese Marke unterschritten, bei 14.820 etwa aber gedreht. 

Bedeutende EZB-Sitzung am Donnerstag

In der Vergangenheit haben starke Rücksetzer immer wieder Käufer angelockt. Dieses Mal könnte der Druck auf die Aktien bis zur EZB-Sitzung am kommenden Donnerstag anhalten. Die Juli-Sitzung sei von großer Bedeutung, da die neue Strategie, die am 8. Juli kommuniziert wurde, die Anpassung der geldpolitischen Kommunikation (Forward Guidance) bereits jetzt erfordert, so die DWS. Nach Einschätzung der Experten dürfte die Notenbank Ausmaß und Dauer der geldpolitischen Expansion noch nachdrücklicher formulieren sowie die Entscheidung vom März, höhere monatliche Käufe im Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) zuzulassen, erneut bestätigen. Tut sie das nicht, wäre das wohl fatal für die Börse.

DER AKTIONÄR hatte zuletzt ohnehin nicht mit einem großen Sprung des DAX  gerechnet und deshalb einen Inline-Optionsschein zum Kauf empfohlen. Noch ist das Produkt erste Wahl. Erst bei einem Sturz unter 15.000, müsste man die Einschätzung dazu neu überdenken.

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