Kommt jetzt der Crash? Im Zweifel: Kaufen
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20.07.2021 Thomas Bergmann

Ausverkauf bei Dow, DAX und Co – das kaufen die Investmentprofis

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DAX

Der deutsche Aktienmarkt hat die Anleger zum Wochenauftakt in Angst und Schrecken versetzt. Zeitweise fiel der DAX 490 Zähler und damit wieder bedrohlich nahe an die wichtige Marke von 15.000 heran. Der Dow Jones Industrial beendete den Handel mit einem Minus von 700 Zählern. Das Geld fließt offensichtlich vom Aktienmarkt in die sicheren Staatsanleihen.

Mit den Aktien sind auch die Renditen der wichtigsten Bonds gefallen. Die 10-Jährigen in den USA fielen unter die viel beachtete Marke von 1,20 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit Mitte Februar. Auch die deutschen Staatsanleihen waren stark gefragt. Deren Rendite sank auf -0,38 Prozent, nachdem die in diesem Jahr schon bei -0,10 Prozent stand.

DAX (WKN: 846900)

Die Tatsache, dass die Renditen so stark fallen, zeigt, wie nervös die Anleger sind. Die großen Adressen gehen wohl lieber auf Nummer sicher und kaufen Staatsanleihen, statt über die traditionell schwachen Sommermonate in Aktien investiert zu bleiben. Der Vormarsch der Delta-Variante könnte den einkalkulierten Konjunkturaufschwung im zweiten Halbjahr bremsen, so die Befürchtung. 

Andererseits machen fallende Marktzinsen Aktien wieder attraktiver. Vor allem die großen Hightech-Konzerne dürften von den sinkenden Renditen profitieren. Wichtig ist jetzt, was die EZB am Donnerstag in ihrem Ausblick sagen wird. Bekräftigt sie ihre ultralockere Geldpolitik, dürfte dies die Situation entspannen.

Auf kurze Sicht könnte der Markt die 15.000-Punkte-Marke noch testen, auch ein Rückfall in den Bereich von 14.800 ist nicht mehr auszuschließen. DER AKTIONÄR hält aber vorerst an dem Inline-Optionsschein auf den DAX fest, der am 9. Juli zum Kauf empfohlen wurde.

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