Während Bitcoin und der Kryptogesamtmarkt im bisherigen Jahresverlauf im Minus notieren, sorgt ein Newcomer für Furore: Der native Token der dezentralen Handelsplattform Hyperliquid (HYPE) hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt. Laut Matt Hougan, Chefanalyst von Bitwise, ist der Token aber trotz der fulminanten Rallye immer noch unterbewertet. Doch was macht das Projekt so besonders?
Um den Erfolg zu verstehen, muss man das dahinterstehende Produkt betrachten. Ursprünglich wurde Hyperliquid als dezentrale Plattform für Krypto-Terminkontrakte (Perpetual Futures) bekannt. Doch das System wandelt sich rasant zu einer globalen Finanz-Super-App. Nutzer können dort an einem Ort nicht mehr nur digitale Währungen, sondern auch traditionelle Aktien, Rohstoffe wie Öl und Prognosemärkte handeln.
Besonders spektakulär ist der Erfolg im Bereich vorbörslicher Aktien: Über die hauseigene Infrastruktur („HIP-3“) wurden bereits mehr als 120 Milliarden Dollar Handelsvolumen für Anteile von Pre-IPO-Giganten wie SpaceX, Anthropic und OpenAI abgewickelt. Mittlerweile entfällt fast die Hälfte des gesamten Handelsvolumens – das allein im vergangenen Monat bei gigantischen 170 Milliarden Dollar lag – auf solche Nicht-Krypto-Assets.
Der primäre Grund für die Outperformance gegenüber Bitcoin und Co liegt jedoch in einer radikal neuen Token-Ökonomie, ermöglicht durch die regulatorischen Lockerungen in den USA. Matt Hougan, Chief Investment Officer beim Krypto-Vermögensverwalter Bitwise, spricht in einer aktuellen Studie deshalb auch von einem „Token der zweiten Generation“. Als solcher sei HYPE von vornherein darauf ausgelegt, Wert zu generieren.
Konkret funktioniert das bei Hyperliquid so: 99 Prozent aller auf der Plattform generierten Handelsgebühren fließen direkt in den Rückkauf des eigenen HYPE-Tokens. Mehr Trading-Volumen bedeutet somit automatisch eine höhere Nachfrage und eine Verknappung des zirkulierenden Angebots. Allein in diesem Jahr hat Hyperliquid bereits 255 Millionen Dollar an Umsatz generiert und zieht zeitweise über 43 Prozent aller Gebühren im gesamten DeFi-Sektor auf sich.
Ein Schnäppchen im Vergleich zu Robinhood & Co
Mit einem geschätzten Jahresumsatz von 0,8 bis 1,0 Milliarde Dollar und einer Marktkapitalisierung von zehn bis elf Milliarden Dollar werde Hyperliquid nur mit dem 10- bis 14-Fachen dieses Rückkaufstroms bewertet, rechnete er in einer Analyse zu Wochenbeginn vor. Für ein rasant wachsendes Finanzökosystem ist das sehr günstig. Zum Vergleich: Der klassische US-Broker Robinhood wird mit einem KGV von 39 gehandelt, die traditionelle Terminbörse CME kommt auf ein KGV von 25.
Dass Hyperliquid die exakte Blaupause für die Vision des neuen SEC-Chefs Paul Atkins liefert – welcher traditionelle Finanzmärkte konsequent auf die Blockchain migrieren möchte –, ruft auch institutionelle Schwergewichte auf den Plan. Bitwise und 21Shares haben jüngst die ersten Spot-ETFs auf Hyperliquid an der NYSE gelistet. Nach Daten von SoSoValue haben die beiden Produkte in den ersten acht Handelstagen bereits Netto-Zuflüsse von rund 75 Millionen Dollar verzeichnet.
Abgekoppelt vom Kryptomarkt
Hyperliquid hat sich vom schwächelnden Krypto-Gesamtmarkt abgekoppelt und allein auf Sicht der letzten sieben Tage rund 40 Prozent zugelegt. Seit Jahresbeginn summierte sich das Plus am Freitag in der Spitze sogar auf rund 140 Prozent. Dabei hat der Kurs auch das bisherige Allzeithoch aus dem September hinter sich gelassen. Zum Start ins Wochenende setzten zwar erste Gewinnmitnahmen ein, der Trend nach oben ist aber weiterhin intakt.
Bitcoin bleibt für den AKTIONÄR trotz der zuletzt eher schwachen Entwicklung das langfristige Basisinvestment im Krypto-Sektor. Risikobewusste Anleger können sich auch ein paar HYPE-Token als spekulative Beimischung in die Wallet legen, sollten sich aber auf höhere Volatilität einstellen und etwas Pulver für mögliche Rücksetzer trocken halten.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
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