2,5 Milliarden Dollar verpufft: Der Bitcoin-Abverkauf am Wochenende hat nicht nur zahlreiche Anleger aus dem Markt gedrängt, sondern auch Strategy – einen der größten Bitcoin-Besitzer weltweit – massiv unter Druck gesetzt. Doch ist die Talfahrt damit bereits beendet – oder sollten Anleger jetzt lieber die Reißleine ziehen?
Bitcoin ist am Samstag deutlich unter die Marke von 80.000 Dollar gefallen. Vom Tagestief bei 75.632 Dollar erholte sich die Kryptowährung zwar, blieb aber deutlich im Minus. Am Sonntag notiert der Bitcoin bei rund 78.400 Dollar. Der Rücksetzer folgt auf eine turbulente Handelswoche, in der starke Bewegungen an den Rohstoffmärkten sowie politische Impulse aus den USA die Risikobereitschaft der Anleger spürbar gedämpft haben.
Trump-Entscheidung belastet die Kurse
Auslöser war unter anderem die überraschende Stärke des US-Dollars nach der Entscheidung von Präsident Donald Trump, Kevin Warsh als neuen Vorsitzenden der US-Notenbank zu nominieren. Die Aussicht auf eine stabilere, politisch unabhängige Fed stützte den Greenback – und belastete im Gegenzug alternative Anlageklassen wie Bitcoin.
Zusätzlichen Gegenwind erhielten insbesondere Privatanleger durch den massiven Ausverkauf am Rohstoffmarkt. Silber erlebte am Freitag den stärksten Tagesverlust seit März 1980. Spot-Silber brach um 28 Prozent ein, Futures verloren sogar mehr als 31 Prozent. Die heftigen Verwerfungen verstärkten die allgemeine Risikoaversion – mit entsprechenden Folgen für Kryptowährungen.
Sollte Kevin Warsh vom US-Senat bestätigt werden, würde er im Mai den aktuellen Fed-Chef Jerome Powell ablösen. Trump hatte Powell in der Vergangenheit wiederholt kritisiert, vor allem wegen dessen Zurückhaltung bei Zinssenkungen. Die Märkte bewerten Warsh nun als potenziell stabilisierenden Faktor – ein Umfeld, das kurzfristig eher dem Dollar als Bitcoin in die Karten spielt.
Neue Käufer nutzen die Schwäche
Die Kurskorrektur hat zudem neue Marktteilnehmer angezogen. On-Chain-Daten zeigen einen deutlichen Anstieg neu angelegter Bitcoin-Adressen. Innerhalb von 24 Stunden kamen rund 335.772 neue Adressen hinzu – der höchste Wert seit zwei Monaten und der stärkste Tageszuwachs seit November 2025.
Auffällig: Der Anstieg fiel genau in die Phase, als der Bitcoin in Richtung 81.000 Dollar abrutschte. Viele Investoren sahen die Bewegung offenbar als günstige Einstiegsgelegenheit. Historisch gelten solche Zuwächse bei neuen Adressen als positives Zeichen, da sie auf wachsende Adoption und frische Nachfrage hindeuten.
Charttechnisch bleibt die Lage kurzfristig angespannt. Der Bitcoin notiert aktuell um 78.000 Dollar und ist zuletzt aus einer aufwärts gerichteten Keilformation nach unten ausgebrochen. Das daraus abgeleitete Kursziel liegt bei rund 75.850 Dollar.
Zusätzlichen Druck brachte der Bruch der Unterstützung bei 82.503 Dollar. Damit wurde der kurzfristige Abwärtstrend bestätigt. Dennoch: Sollte es dem Bitcoin gelingen, diese Marke zurückzuerobern, könnte sich das Bild rasch aufhellen – vor allem angesichts der positiven On-Chain-Signale.
Für eine echte Trendwende müssten die Bullen jedoch mehr liefern. Erst oberhalb von 87.210 Dollar würde wieder klare Zuversicht in den Markt zurückkehren. Gelingt das nicht, droht bei einem Rutsch unter 78.763 Dollar ein Test der Zone um 75.895 Dollar. In diesem Fall wäre das bullishe Szenario vorerst vom Tisch.
Der Rücksetzer unter 80.000 Dollar wirkt dramatischer, als er tatsächlich ist und neue Käufer an. Kurzfristig bleibt das Risiko erhöhter Volatilität bestehen. Mittel- bis langfristig spricht die Kombination aus steigender Adoption und robuster Nachfrage jedoch weiterhin für den Bitcoin.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Heute, 12:30