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Bitcoin unter 66.000 Dollar: Kleiner Verkauf mit großen Folgen

Bitcoin unter 66.000 Dollar: Kleiner Verkauf mit großen Folgen
Foto: Shutterstock
Bitcoin - United States Dollar -%
Philipp Schleu Heute, 10:50 Philipp Schleu

Bitcoin bleibt in Bewegung. Am frühen Mittwochmorgen sackte die wichtigste Kryptowährung zeitweise unter die psychologisch wichtige Marke von 66.000 Dollar. Zwar erholte sich der Kurs wieder leicht auf 67.460 Dollar, doch die Stimmung am Markt bleibt angespannt.

• Der Bitcoin zeigt sich weiter von seiner volatilen Seite.
• Ethereum, Solana und BNB geben spürbar nach. 
• Institutioneller Investoren sorgen für Verkaufsdruck bei Kryptos.

Der Verkaufsdruck kommt vor allem von institutioneller Seite. US-Spot-ETFs für Bitcoin verzeichneten am Dienstag Nettoabflüsse in Höhe von 519,2 Millionen Dollar. Damit hält die Negativserie bereits seit zwölf aufeinanderfolgenden Handelstagen an. Auch bei den Ethereum-ETFs sieht es nicht besser aus. Hier flossen 90,2 Millionen Dollar ab, was den 16. Verlusttag in Folge markiert.

Entsprechend deutlich fielen die Kursverluste bei den kleineren Werten aus. Ethereum rutschte um 7,1 Prozent auf 1.849 Dollar ab. Solana verlor 8,7 Prozent an Boden, während der BNB-Token um 7,2 Prozent auf 635 Dollar nachgab.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Geopolitik belastet

Ein wesentlicher Treiber für den Ausverkauf ist die angespannte Lage im Nahen Osten. Neue Luftangriffe in der Region ließen die Ölpreise steigen. WTI-Öl kletterte um 1,13 Prozent auf 94,82 Dollar, während die Sorte Brent um 1,04 Prozent auf 97,07 Dollar pro Barrel anzog.

Dabei zeigt sich erneut: Bitcoin verhält sich in Krisenzeiten bisher nicht als „digitales Gold“ oder sicherer Hafen. Stattdessen reagiert die Kryptowährung wie ein klassisches Risiko-Asset mit hoher Volatilität. Während die Börsen in Japan zulegten – der Nikkei 225 markierte im Tagesverlauf ein Rekordhoch –, verloren die Kryptomärkte im Gleichschritt mit schwächeren Technologiewerten an Boden.

Strategy-Signal

Für zusätzliche Verunsicherung sorgte eine Nachricht vom Krypto-Dauerbullen Michael Saylor. Sein Unternehmen Strategy gab bekannt, zwischen dem 26. und 31. Mai insgesamt 32 Bitcoin für rund 2,5 Millionen Dollar verkauft zu haben. Es war der erste Verkauf des Unternehmens seit Ende 2022. Die Menge ist zwar im Vergleich zu den Gesamtbeständen winzig, doch das Signal wog schwer. Die Aktie von Strategy verlor am Dienstag 9,15 Prozent und schloss bei 136,08 Dollar.

Strategy (WKN: 722713)

Peter Chung von Presto Research verweist auf eine Umschichtung des Kapitals. Viele Anleger ziehen derzeit Geld aus dem Kryptosektor ab, um es in den boomenden Bereich der Künstlichen Intelligenz zu investieren. Der „KI-Hype“ fungiert somit als direkter Konkurrent um die Liquidität der Investoren.

Der Kryptomarkt befindet sich in einer schwierigen Phase. Die Kombination aus geopolitischen Risiken und einer institutionellen Verkaufswelle lastet schwer auf den Kursen. Der nächste Support ist nun das März-Tief bei 65.000 Dollar. Ein Einstieg drängt sich derzeit nicht auf. 

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FAQs

Was ist der Bitcoin?
Bitcoin ist eine virtuelle Währung, die auf Grundlage von Blockchain-Technologie dezentral von einem offenen Peer-to-Peer-Netzwerk im Internet erzeugt und verwaltet wird. Bitcoin-Transaktionen werden anhand sicherer kryptographischer Verfahren autorisiert und von einer großen Anzahl von Netzwerk-Teilnehmern verifiziert.

Kann die Politik Bitcoin komplett verbieten?
Das Schreckgespenst eines Totalverbots ist de facto vom Tisch. Zwar versuchen einzelne Staaten immer wieder, den Handel oder das Mining einzuschränken, doch das dezentrale Netzwerk lässt sich nicht einfach per Dekret abschalten.

Müssen Kursgewinne mit Kryptowährungen versteuert werden?
Grundsätzlich ist es so, dass Gewinne aus dem privaten Handel mit Kryptowährungen mit dem persönlichen Einkommensteuersatz voll steuerpflichtig sind, wenn zwischen dem Kauf und dem Verkauf weniger als ein Jahr liegt. Es handelt sich dann um ein sogenanntes "Privates Veräußerungsgeschäft" nach § 23 Einkommensteuergesetz. Umgekehrt sind Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen zu 100% steuerfrei, wenn zwischen dem Kauf und dem Verkauf mehr als ein Jahr liegt.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

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