Der Kryptomarkt erlebt ein Beben. Bitcoin sackte am Donnerstagabend auf den tiefsten Stand seit September 2024 ab. Zwischenzeitlich notierte die wichtigste Kryptowährung bei exakt 60.000 Dollar. Das entspricht einem Kurssturz von rund 17 Prozent innerhalb von nur 24 Stunden. Zwar konnte sich der Kurs später leicht auf rund 64.100 Dollar erholen, doch die Verunsicherung unter den Anlegern bleibt massiv.
Der Grund für den rapiden Verfall war eine klassische Kettenreaktion. Überhebelte Positionen wurden am Markt zwangsweise aufgelöst. Laut Daten von Coinglass summieren sich die Liquidationen innerhalb eines Tages auf insgesamt 2,60 Milliarden Dollar. Davon entfielen allein 2,13 Milliarden Dollar auf sogenannte Long-Positionen, also Wetten auf steigende Kurse. Experten sprechen von einem „Leverage Unwind“. Der Markt reinigt sich von spekulativen Exzessen, allerdings mit brutaler Geschwindigkeit. Auch die Nummer zwei am Markt, Ethereum, geriet unter die Räder und stürzte zeitweise auf 1.750 Dollar ab.
Kein Griff ins fallende Messer
Das Sentiment hat sich radikal gedreht. Der „Fear & Greed Index“ notiert aktuell bei einem Wert von 5 – das bedeutet „extreme Angst“. Es ist der tiefste Stand seit der Einführung des Index im Juni 2023. Während Anleger in der Vergangenheit Kursrücksetzer oft zum Nachkaufen nutzten, herrscht nun Zurückhaltung. Anleger weigern sich derzeit, in das sprichwörtliche fallende Messer zu greifen. Auch die institutionelle Unterstützung bröckelt: Die Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten allein am Dienstag und Mittwoch Abflüsse von mehr als 800 Millionen Dollar.
Bitcoin steht vor einer harten Bewährungsprobe. Der massive Abbau von Hebelpositionen hat den Markt zwar technisch bereinigt, aber die psychologische Hürde ist nun hoch. Das institutionelle Interesse kühlt merklich ab, was den kurzfristigen Ausblick trübt. Anleger sollten die Marke von 67.000 Dollar genau beobachten; kann diese nicht zurückerobert werden, droht zeitnah ein weiterer Rutsch in tiefere Regionen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Heute, 08:43