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Bitcoin‑Debakel: Haben sich die Trumps bei ihrer Krypto‑Wette verzockt?

Bitcoin‑Debakel: Haben sich die Trumps bei ihrer Krypto‑Wette verzockt?
Foto: dpa/AP/ Andrew Harnik
AMERICAN BITCOIN CORP. A -%
Philipp Schleu Heute, 15:43 Philipp Schleu

Der Bitcoin-Miner American Bitcoin, an dem Eric und Donald Trump Jr. zu 20 Prozent beteiligt sind, hat das vierte Quartal mit einem Minus von 59 Millionen Dollar abgeschlossen. Grund hierfür ist der fallende Bitcoin-Kurs, der die Bilanz des Unternehmens stark belastet hat. Wobei das Unternehmen selbst nicht ganz unschuldig ist.

American Bitcoins Strategie ist nämlich hochriskant. Sie schürfen Bitcoin nämlich nicht nur selbst, sondern kaufen die digitale Währung massiv zu. Mittlerweile liegen über 6.000 Bitcoin in den Depots. Davon stammt lediglich ein Drittel aus dem eigenen Mining-Betrieb. Der Rest wurde am Markt erworben oder durch strategische Deals gesichert.

Finanzielle Schützenhilfe holten sich die Trumps direkt bei den Anlegern. Durch die Ausgabe neuer Aktien sammelte das Unternehmen 150,5 Millionen Dollar ein. Mit diesem frischen Kapital wurde der Bitcoin-Bestand pro Aktie um fast 50 Prozent hochgeschraubt. Während das Unternehmen operativ wächst, steigt damit jedoch auch die Abhängigkeit von den Launen des Kryptomarktes.

Gute Margen, schlechte Bilanz

Dabei ist das Kerngeschäft eigentlich profitabel. Die Bruttomarge beim Mining lag im Quartal bei stolzen 53 Prozent. Das zeigt, dass American Bitcoin die digitalen Münzen deutlich günstiger produziert, als sie am Markt wert sind. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorquartal um 22 Prozent nach oben.

Das Problem liegt in der Buchhaltung. Neue Bilanzierungsregeln zwingen Unternehmen dazu, Kryptobestände zum aktuellen Marktwert zu bewerten. Da der Bitcoin im Berichtszeitraum um 23 Prozent einbrach, musste American Bitcoin eine Wertberichtigung von 227 Millionen Dollar vornehmen. Dieser gewaltige Buchverlust drückte das Gesamtergebnis tief in die roten Zahlen.

AMERICAN BITCOIN CORP. A (WKN: A41FAE)

Der tiefe Fall an der Börse

Die Anleger reagieren skeptisch. Zwar stieg die Aktie vorbörslich leicht um 3,8 Prozent auf 1,09 Dollar, doch das ist nur ein schwacher Trost. Seit dem Rekordhoch im letzten Jahr bei etwa neun Dollar ist das Papier um fast 90 Prozent eingebrochen. Auch die Muttergesellschaft Hut 8 leidet. Deren Aktien sackten nach der Vorlage der Zahlen um sieben Prozent ab, während Wettbewerber wie MARA Holdings oder Riot Platforms zuletzt zulegen konnten.

Ob sich die Trumps verzockt haben, hängt also allein von der Entwicklung des Bitcoin-Kurses ab. Operativ steht das Unternehmen stabil da, doch die aggressive Zukauf-Strategie hat American Bitcoin in eine gefährliche Abhängigkeit manövriert. Solange sich der Bitcoin-Preis nicht nachhaltig erholt, dürfte es der Aktienkurs ihm gleichtun.

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