US-Präsident Donald Trump hat sich vorgenommen, die USA zur Krypto-Supermacht zu machen. Seit seinem Amtsantritt hat sich der regulatorische Wind im Land gedreht, zudem hat er einige umstrittene Figuren aus der Kryptowelt begnadigt. Sam Bankman-Fried, Gründer und Ex-CEO der Pleitebörse FTX, kann allerdings nicht auf die Gnade des Präsidenten hoffen.
In einem Interview mit der New York Times hat Trump eine Begnadigung des verurteilten FTX-Gründers Sam Bankman-Fried ausgeschlossen, als er von den Reportern nach möglichen Gnadenerweisen für mehrere prominente Häftlinge gefragt wurde.
Bankman-Fried war im November 2023 wegen Betrugs und Verschwörung verurteilt worden, nachdem er Milliarden von Dollar an Kundengeldern veruntreut hatte. Im März 2024 verhängte ein Gericht eine Haftstrafe von 25 Jahren gegen den ehemaligen Krypto-Unternehmer. Sowohl gegen das Urteil als auch gegen das Strafmaß hat Bankman-Fried Berufung eingelegt.
Die Entscheidung Trumps kommt nicht völlig überraschend, dürfte aber dennoch eine herbe Enttäuschung für Bankman-Fried und seine Unterstützer sein. Berichten zufolge hatten die Eltern des FTX-Gründers, die ehemaligen Stanford-Rechtsprofessoren Barbara Fried und Joseph Bankman, bereits im Januar 2024 damit begonnen, Wege für eine mögliche Begnadigung auszuloten. In mehreren Treffen sollen sie sich mit Anwälten und anderen Personen aus Trumps Umfeld ausgetauscht haben.
In den vergangenen Monaten hatte Bankman-Fried zudem versucht, sich in konservativen Medien zu rehabilitieren. Der inhaftierte Ex-Manager lobte etwa wiederholt auf X Trumps Entscheidung, den früheren honduranischen Präsidenten Juan Orlando Hernández zu begnadigen, der wegen Kokainschmuggels verurteilt worden war. Doch all diese Bemühungen scheinen nun vergeblich gewesen zu sein.
Die Absage an Bankman-Fried steht im deutlichen Kontrast zu Trumps bisheriger Begnadigungspraxis im Krypto-Sektor. Der Präsident hatte bereits mehrere prominente Figuren der Branche begnadigt, darunter Ross Ulbricht, den Gründer des Darknet-Marktplatzes Silk Road, der eine lebenslange Haftstrafe verbüßte. Auch Changpeng „CZ“ Zhao, der frühere CEO der Kryptobörse Binance, sowie die Mitgründer von BitMEX erhielten präsidialen Straferlass.
Als Begründung für Zhaos Begnadigung hatte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, im November erklärt, Zhao sei „von der Biden-Administration in ihrem Krieg gegen Kryptowährungen verfolgt“ worden. Trump selbst betont immer wieder seine Unterstützung für die Krypto-Industrie und sieht darin sowohl einen politischen als auch strategischen Vorteil gegenüber China.
Im Interview mit der New York Times nannte Trump neben Bankman-Fried noch weitere hochkarätige Fälle, bei denen er keine Begnadigung plane. Dazu zählen der ehemalige Senator Robert Menendez, der wegen Korruption verurteilt wurde, sowie Nicolás Maduro, der frühere venezolanische Machthaber, gegen den Anklagen wegen Drogenhandels vorliegen.
Für Sam Bankman-Fried bedeutet Trumps klare Absage, dass er seine 25-jährige Haftstrafe wohl vollständig im Metropolitan Detention Center in Brooklyn absitzen muss – es sei denn, seine laufende Berufung ist erfolgreich.
Das hilft dem Kryptomarkt wirklich
Ob die Begnadigung von kriminellen Krypto-Managern wie Bankman-Fried der richtige Weg ist, um die Branche voranzubringen, darf ohnehin bezweifelt werden. Wichtiger und effektiver ist es, einen verlässlichen regulatorischen Rahmen für den Umgang mit digitalen Assets zu schaffen – und da kann die amtierende US-Regierung durchaus Fortschritte vorweisen. Nach dem Stablecoin-Gesetz GENIUS Act im Vorjahr dürfte in diesem Jahr das langerwartete Marktstrukturgesetz namens CLARITY Act verabschiedet werden.
Zudem glaubt ARK-Invest-Gründerin Cathie Wood, dass die US-Regierung bald aktiv am Markt zukaufen wird, um die staatliche Bitcoin-Reserve auszubauen (DER AKTIONÄR berichtete). Zu Trumps Plänen, wonach er den Einfluss der USA im Kryptomarkt erhöhen und diesen gegen China verteidigen will, würde das passen. Fraglich ist angesichts der hohen Staatsverschuldung allerdings die Finanzierung möglicher Bitcoin-Käufe.
Die politische Unterstützung aus Washington ist ein Faktor, der dem Bitcoin-Kurs mittel- und langfristig Rückenwind liefern wird. Zumal der Sektor dadurch auch für institutionelle Investoren attraktiver wird.
Nach dem Aufbäumen zu Wochenbeginn hat sich der Kurs allerdings im Bereich von 90.000 Dollar eingependelt. Neueinsteiger sollten weiterhin einen nachhaltigen Ausbruch über den charttechnischen Widerstand bei rund 94.000 Dollar abwarten.
Hinweis auf Interessenkonflikte
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09.01.2026, 16:35