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Angriff auf den Dollar? Circle‑Chef sieht Milliarden‑Chance beim Yuan

Angriff auf den Dollar? Circle‑Chef sieht Milliarden‑Chance beim Yuan
Foto: ASSOCIATED PRESS/Mark Schiefelbein/picture alliance/dpa
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Philipp Schleu Heute, 14:45 Philipp Schleu

Jeremy Allaire sieht eine gewaltige Chance für den digitalen Yuan. Der Chef des Krypto-Schwergewichts Circle glaubt fest an einen Stablecoin, der an die chinesische Währung gekoppelt ist. Die aktuelle Lage in Peking spricht allerdings eine andere Sprache. Die dortige Regierung bekämpft private Stablecoins massiv und setzt stattdessen alles auf die eigene Staatskryptowährung.

Im Februar machten Chinas Behörden ihre Position unmissverständlich klar. Die People’s Bank of China stufte die Ausgabe von unautorisierten Yuan-Stablecoins als illegale Finanzaktivität ein. Auch die Tokenisierung von Sachwerten unterliegt seither strengsten Kontrollen. Der Grund: Peking will die finanzielle Stabilität wahren und Kapitalflucht verhindern.

Während die Regierung den e-CNY – den staatlichen digitalen Yuan – forciert, bleibt für private Anbieter kaum Spielraum. Beamte sehen in den privaten Token eine Gefahr für die Geldhoheit des Staates. Entsprechend scharf reagiert der Apparat auf Versuche, den Yuan außerhalb der staatlichen Kanäle digital abzubilden. Allaire lässt sich davon nicht beirren. Er prognostiziert den Start eines Yuan-Stablecoins innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre.

Circle Internet Group Inc (WKN: A417ZL)

Der Dollar regiert die Krypto-Welt

Bisher ist der Markt für Stablecoins eine reine Dollar-Show. Laut einem Marktbericht von Outlier Ventures entfallen 99,8 Prozent aller Stablecoins auf den Dollar. Andere Nationalwährungen spielen digital faktisch keine Rolle. Circle profitiert massiv von dieser Dominanz. Die im Umlauf befindliche Menge des hauseigenen USDC wuchs bis Ende 2025 um 72 Prozent auf 75,3 Milliarden Dollar.

Auch geopolitische Krisen treiben die Nachfrage nach oben. Nach Ausbruch des US-Iran-Konflikts flossen laut Allaire mehrere Milliarden Dollar zusätzlich in USDC. Nutzer suchten in der Krise nach einem sicheren, digitalen Hafen. Diese Vormachtstellung des Dollars will China langfristig brechen. Allaire sieht Stablecoins dabei als notwendiges Werkzeug für China, um die eigene Währung effizient zu „exportieren“.

Solange China die Kontrolle über den Kapitalverkehr priorisiert, bleibt ein Yuan-Stablecoin ein theoretisches Szenario. Doch der Druck auf Peking wächst. Will China die Übermacht des Dollars im digitalen Zeitalter brechen, muss es seine Währung für moderne Handelswege öffnen. Circle ist derzeit keine laufende Empfehlung des AKTIONÄR.

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