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11.06.2003 DER AKTIONÄR

Hinterherlaufen oder abwarten?

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"Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust!" In Ihrer auch? Was Goethes Faust einst in den Wahnsinn trieb - der Kampf zwischen Himmel und Erde - lässt sich derzeit wohl ohne größere Schwierigkeiten auch auf die Börse übertragen.

Mit einer fast vergessenen Leidenschaft stürmt vor allem der US-amerikanische Aktienmarkt nach vorne. Biotechnologie-Aktien kennen kein Halten mehr, Internet- und Hightech-Papiere verdoppeln sich binnen Tagesfrist. Doch fragt man in seinem Bekanntenkreis, wer denn unter den Glückli-chen ist und Aktien besitzt, schüttelt nahezu jeder mit dem Kopf. Und gerade das ist das Merkwürdige an der jüngsten Aufwärtsbewegung. Es geht nach oben, aber keiner ist so richtig dabei. Über Nacht und gleichsam aus dem Nichts kam die Kehrtwende. Weder hatten sich im Vorfeld die Konjunkturdaten signifikant verbessert, noch kam es im Irak-Konflikt zu einer endgültigen Beruhigung - und dies bis heute nicht.

Da stellt sich nun die Frage, was zu tun ist: Den Aktienkursen hinterherlaufen und "auf Teufel komm raus" einsteigen? Oder doch lieber abwarten und damit das Risiko eingehen eine "Jahrhundertchance" zu verpassen? Lassen Sie uns das Problem von hinten aufrollen. Denn erstens ist nicht sicher, ob es sich wirklich um eine einmalige Kaufgelegenheit handelt. Schließlich könnten ja auch die Pessimisten Recht behalten, die von einer charttechnischen Bärenrallye in einem übergeordneten Abwärtstrend sprechen. Und zweitens sollte man nie den Aktienkursen hinterherhechten in der dumpfen Hoffnung, doch noch den einen oder anderen Prozentpunkt mitzunehmen. Bleibt somit nur noch eine Möglichkeit sein Depot aufzupolieren: Aktien kaufen, die Qualität versprechen, aber immer noch zu einem Schnäppchenpreis zu haben sind. Aktien mit Nachholpotenzial; Aktien, die die Aufwärtsbewegung einfach verschlafen haben. Und davon gibt es sowohl in Europa als auch in den USA noch eine ganze Menge. DER AKTIONÄR wird Ihnen in der aktuellen Ausgabe wieder einige interessante Werte vorstellen.

Ihr Olaf Hordenbach
stellv. Chefredakteur

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