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Dr. Daniel Stelter: „Notenbanken haben uns in eine Sackgasse manövriert“

Dr. Daniel Stelter: „Notenbanken haben uns in eine Sackgasse manövriert“
Fabian Strebin 01.04.2022, 11:55 Fabian Strebin

Dr. Daniel Stelter ist einer der einflussreichsten Volkswirte des Landes. DER AKTIONÄR hat mit ihm über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-­Kriegs und die Folgen für Anleger gesprochen.

DER AKTIONÄR: Herr Dr. Stelter, wir hatten uns zuletzt Ende 2021 unter­halten. Hat sich durch den Krieg in der Ukraine auch für die Wirtschaft alles geändert?

Dr. Daniel Stelter: Ja und nein. Natürlich bringt der Krieg erhebliche Herausforderungen für Wirtschaft und Gesellschaft, die wir so nicht erwarten konnten. Blicken Sie nur auf die stark gestiegenen Energie- und Nahrungsmittelpreise. Auf der anderen Seite macht er lange bestehende Probleme akut: die hohe Verschuldung der Welt, die Abhängigkeit vom billigen Geld, die unausgegorene Energiepolitik Europas, das unzureichende Produktivitätswachstum und damit verbunden die schon seit Jahren schwache Entwicklung der Realwirtschaft. Auch die bisher ungelöste und nur vom billigen Geld der EZB unterdrückte Eurokrise dürfte wieder aufflammen.

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