Die überraschende Vereinbarung einer zweiwöchigen Feuerpause im Konflikt mit dem Iran hat die Finanzmärkte zur Wochenmitte spürbar entlastet. Der DAX legte um gut fünf Prozent auf über 24.000 Punkte zu – der stärkste Tagesgewinn seit 2022. Seit seinem Tief Ende März hat der Leitindex damit einen Großteil der kriegsbedingten Verluste wettgemacht. Auch der MDAX zog deutlich an. Hier ging es 5,4 Prozent nach oben auf 30.295 Punkte. Der Nebenwerte-Index SDAX verzeichnete ein Plus von 4,2 Prozent auf 17.234 Punkte.
Zyklische Werte standen am deutschen Aktienmarkt klar im Fokus. Besonders im DAX legten konjunktursensible Titel kräftig zu: Siemens, Infineon und Siemens Energy verbuchten Kursgewinne von rund zehn bis knapp zwölf Prozent. Auch Salzgitter überzeugte mit einem Sprung von über 15 Prozent, bleibt jedoch trotz der Rally weiterhin unter dem Niveau von vor Kriegsbeginn Ende Februar.
Ebenfalls stark zeigten sich im DAX die Aktien der Commerzbank, von Heidelberg Materials und Airbus, die bis zu neun Prozent zulegen konnten. Im DAX gab es heute nur vier Verlierer. Schwach zeigten sich Deutsche Börse mit minus 1,1 Prozent, RWE, E.on und Brenntag.
Auf der Verliererseite fanden sich zudem Unternehmen aus dem Bereich alternativer Kraftstoffe. Verbio brach deutlich um 16,2 Prozent ein, Südzucker verlor 4,2 Prozent. Beide hatten zuvor stark von den gestiegenen Ölpreisen profitiert, die Biokraftstoffe wie Biodiesel attraktiver gemacht hatten.
Im MDAX rückte Redcare Pharmacy in den Blick. Nach Vorlage der Geschäftszahlen gewann die Aktie fast neun Prozent. Analyst Martin Comtesse von Jefferies wertete den Jahresauftakt des Online-Apothekenbetreibers als insgesamt konstruktiv.
Zu den Top-Gewinnern im MDAX zählten zudem Aixtron, Auto1, Deutsche Lufthansa und TUI, die zwischen 9,9 und 10,9 Prozent zulegen konnten.
Heute, 20:02