Die Lage im Nahen Osten eskaliert erneut – und jetzt geraten auch die internationalen Ölströme wieder in den Fokus. Ein Tanker wurde in der Straße von Hormus von drei unbekannten Projektilen getroffen. Gleichzeitig liefern sich die USA und Iran erstmals seit Wochen wieder direkte Angriffe. Für Anleger ist das eine gefährliche Mischung.
- Ein Tanker wurde in der Straße von Hormus getroffen.
- Trump kündigt Iran eine „harte“ Antwort an
- Brent notiert bereits wieder über 90 Dollar
Die Straße von Hormus wird damit erneut zum Brennpunkt. Der Tanker befand sich auf der südlichen Schifffahrtsroute nahe der Küste Omans, als ihn drei unbekannte Projektile trafen. Nach bisherigen Angaben gab es keine Verletzten.
Noch schwerer wiegt die Tatsache, dass der Angriff in eine neue Runde der Konfrontation zwischen Washington und Teheran fällt. Die USA hatten zuvor iranische Raketenwerfer auf Larak Island angegriffen. Nach Angaben Washingtons sollten diese einen möglichen Einsatz von Raketen mit Seeminen in der Straße von Hormus vorbereiten.
Iran reagierte mit Angriffen auf zwei US-Militärbasen in Jordanien. Damit haben beide Seiten erstmals seit mehr als einem Monat wieder direkt zugeschlagen.
Trump droht mit Gegenschlag
US-Präsident Donald Trump lässt keinen Zweifel daran, dass Washington reagieren will. „We're going to hit them hard“, sagte Trump laut Reuters. Gleichzeitig versucht die US-Regierung offenbar weiterhin, einen erneuten großen Krieg zu vermeiden.
Genau darin liegt das Risiko für die Märkte: Die Situation ist angespannt, aber noch nicht außer Kontrolle. Jeder weitere Angriff könnte die Lage jedoch schnell verändern. Die Straße von Hormus ist dafür der neuralgische Punkt. Über die Meerenge wird normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Ölangebots transportiert. Schon kleinste Störungen können deshalb massive Auswirkungen auf die Energiepreise haben.
Ölpreis zieht an
Am Ölmarkt ist die Nervosität längst zurück. Brent stieg am Dienstagmorgen auf mehr als 91 Dollar je Barrel. Auch die US-Sorte WTI verteuerte sich und notierte bei rund 87 Dollar.
Damit könnte die nächste Ölpreis-Welle bereits begonnen haben. Sollten weitere Tanker angegriffen oder die Schifffahrt durch die Straße von Hormus tatsächlich eingeschränkt werden, dürfte die Risikoprämie am Ölmarkt deutlich steigen. Ein erneuter Anstieg Richtung 100 Dollar wäre dann keine völlig unrealistische Perspektive.
Steigende Ölpreise verbessern grundsätzlich die Aussichten großer Öl- und Gaskonzerne. Gleichzeitig könnten Unternehmen aus dem Bereich der Energieinfrastruktur profitieren. DER AKTIONÄR bleibt für Eni bullish gestimmt.
Heute, 06:35
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