Die Ölpreise haben zuletzt weiter klar nachgegeben. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent notiert bei 78,39 Dollar. Deutlich nach unten ging es auch mit dem Preis für Rohöl aus den USA. Hier fiel die Notierung für die Sorte WTI zuletzt bis auf 75,53 Dollar. Erstmals seit Monaten haben auch iranische Tanker wieder die Blockadelinie der US-Marine in der Straße von Hormus verlassen. Dennoch warnen einige Analysten davor, die Lage vorschnell als gelöst abzuhaken.
• Ölpreise fallen weiter: Brent notiert bei 78,39 Dollar, WTI bei 75,53 Dollar.
• Iranische Tanker verlassen die Blockade: Erstmals seit zwei Monaten wurden fast fünf Millionen Barrel Rohöl aus der Straße von Hormus herausgebracht.
• Hoffnung auf Entspannung: Hintergrund ist die Annäherung zwischen Washington und Teheran; ein offizielles Abkommen soll am Freitag in Genf folgen.
• Markt bleibt vorsichtig: Reeder, Versicherer und Analysten warnen, dass sich Lieferketten und Transporte nicht sofort normalisieren dürften.
Drei iranische Tanker haben die Blockadelinie passiert – zum ersten Mal seit zwei Monaten. An Bord: fast fünf Millionen Barrel Rohöl. Die beiden Supertanker Diona und Hero 2, beide im Besitz der National Iranian Tanker Company und mit US-Sanktionen belegt, transportieren laut Kpler zusammen 3,8 Millionen Barrel. Ein drittes, mit Iran verbundenes Schiff brachte weitere eine Million Barrel aus der Blockadezone.
Hintergrund ist die Annäherung zwischen Washington und Teheran. Nach einer am Montag unterzeichneten Absichtserklärung zur Beendigung des fast vier Monate langen Kriegs soll das Abkommen am Freitag in Genf offiziell besiegelt werden. Details sind bislang nicht bekannt. Erwartet wird jedoch, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet und Irans Ölexporte von Sanktionen entlastet werden.
In der Schifffahrt überwiegt dennoch die Vorsicht. Branchenbeobachter sprechen eher von skeptischem Abwarten als von Aufbruchsstimmung. Versicherer halten an hohen Kriegsrisikoprämien fest und verlangen belastbare Hinweise auf eine dauerhaft sichere Passage. Zwar positionieren einzelne Reeder ihre Tanker bereits Richtung Golf, um bei einer Öffnung früh dabei zu sein. Viele andere warten jedoch ab.
Auch einige Analysten haben zuletzt davor gewarnt, dass, selbst wenn die Einigung in Genf besiegelt wird, es dauern dürfte, bis Lieferketten, Transportwege und Fördermengen wieder normal laufen. Barclays hält deshalb an seiner Prognose von 100 Dollar je Barrel Brent für 2026 fest. Aus Sicht der Analysten sind die Folgen der Blockade nicht sofort aus den Fundamentaldaten abzulesen. Umleitungen im Schiffsverkehr, logistische Engpässe und das Wiederanfahren der Produktion könnten den Markt noch über Wochen belasten. Zudem bleibt das Risiko neuer Störungen bestehen.
Deutlich optimistischer zeigt sich hingegen die Citigroup. Die Bank geht davon aus, dass sich die Transporte durch die Meerenge schneller normalisieren als zunächst gedacht – voraussichtlich zwischen Mitte und Ende Juli. Entsprechend wurden die Brent-Prognosen deutlich gesenkt: auf 75 Dollar im dritten Quartal, 70 Dollar im vierten Quartal und 65 Dollar für 2027.
Angesichts der aktuellen Entspannung zwischen den USA und dem Iran sowie der anstehenden Öffnung der Straße von Hormus geht es mit den Ölpreisen wieder bergab, was die Kurse von Energieriesen wie etwa Repsol belastet. Allerdings dürfte der spanische Konzern auch mit einem deutlich niedrigeren Kursniveau immer noch gut leben können. Die günstig bewertete Dividendenperle bleibt attraktiv. Der Stoppkurs sollte bei 16,00 Euro belassen werden.
Heute, 07:33