Die Ölpreise haben ihre Verluste am Dienstag ausgeweitet. Damit setzt sich der Abwärtstrend fort, der nach dem Ende der US-Angriffsserie am vergangenen Wochenende eingesetzt hatte. An den Märkten wächst die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran.
Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete zuletzt 86,98 US-Dollar. Das entspricht einem Rückgang von 1,56 Prozent gegenüber dem Vortag. Noch am Freitag hatte der Preis zeitweise über der Marke von 100 US-Dollar gelegen.
Auslöser für den Preisrückgang ist die Erwartung, dass Washington und Teheran ihre Gespräche über eine Beilegung des Konflikts wieder aufnehmen könnten. US-Präsident Donald Trump bestätigte entsprechende Verhandlungen gegenüber der Nachrichtenplattform „Axios“. „Wir sind in sehr tiefgehenden Verhandlungen mit dem Iran“, sagte er.
Trotz der jüngsten Entspannung bleiben viele Marktteilnehmer vorsichtig. Der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus hat sich bislang nicht normalisiert. Zudem machte Trump deutlich, dass bei einem Scheitern der Gespräche weitere militärische Schritte möglich seien. „Wir werden wieder sehr starke militärische Gewalt anwenden“, kündigte der US-Präsident an.
Allerdings ist die Waffenruhe im Nahen Osten offenbar durchaus brüchig. So hat das US-Militär eigenen Angaben zufolge erneut iranische Angriffe abwehren müssen. Das US-Regionalkommando Centcom erklärte: "Alle iranischen Raketen wurden erfolgreich abgefangen." Laut dem US-Nachrichtenportal "Axios" flogen die Raketen in Richtung eines jordanischen US-Stützpunktes.
Die USA halten sich nach mehreren Angriffstagen noch an die Waffenruhe. Dies könnte aber auch noch einen anderen Grund haben: Laut CNN sind US-Vizepräsident JD Vance und auch Generalstabschef Dan Caine besorgt, da offenbar die Munitionsreserven der USA allmählich schwinden. Nach Informationen der "New York Times" wird in erster Linie Luftabwehr-Munition wie etwa Patriot-Raketen knapp.
Die Ölpreise sinken aktuell immer weiter. Doch noch immer scheinen beide Parteien bei den wichtigsten Streitpunkten unverändert weit auseinander zu liegen. Der Ölmarkt bleibt daher nichts für schwache Nerven.
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