Der Goldpreis stand zum Wochenauftakt massiv unter Druck. Bis auf knapp 4.100 Dollar ging es bei dem Edelmetall nach unten. Danach folgte eine deutliche Erholung, nachdem Hoffnungen auf ein Abkommen mit dem Iran und damit doch ein schnelleres Kriegsende aufkamen. Zuletzt gab der Goldpreis aber wieder leicht nach. Am Dienstagmorgen wird eine Feinunze Gold für 4.366 Dollar gehandelt.
Belastend wirkt weiter der starke US-Dollar, der gegenüber wichtigen Währungen zulegt und Gold für Investoren außerhalb des Dollarraums verteuert. Gleichzeitig steigen die Renditen von US-Staatsanleihen weiter an. Da Gold keine laufenden Erträge bietet, verliert es in einem Umfeld höherer Zinsen an Attraktivität.
Seit dem Rekordhoch Ende Januar hat Gold inzwischen rund 22 Prozent eingebüßt. Allein in der vergangenen Woche fiel der Preis um fast zehn Prozent – der stärkste Rückgang seit über einem Jahrzehnt. Marktbeobachter sehen mehrere Gründe: Nach der Rally infolge geopolitischer Spannungen sichern Anleger Gewinne oder bauen Positionen ab, um Liquidität zu schaffen.
Zudem dämpfen anhaltend hohe Inflationsraten die Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen in den USA. Die Aussicht auf länger erhöhte Zinsen stützt die Anleiherenditen zusätzlich und erhöht den Druck auf das Edelmetall.
Charttechnisch bot die 200-Tage-Linie, die derzeit bei 4.096 Dollar verläuft, eine gute Unterstützung für den Goldpreis. Seit dem Jahreswechsel notiert das Edelmetall beim aktuellen Stand weiter rund ein Prozent im Plus.
DER AKTIONÄR erwartet eine anhaltend hohe Volatilität. Die weitere Entwicklung im Nahen Osten wird kurzfristig das bestimmende Thema bleiben. Mittel- und langfristig dürfte Gold aber dennoch rasch wieder als stabilisierender Portfoliobaustein in den Fokus der Anleger rücken. Größere Korrekturen sieht DER AKTIONÄR hier weiterhin als Kaufchance. Mehr Infos zu den Edelmetallmärkten gibt es bei Goldfolio – dem Börsendienst für Gold- und Silberaktien.
Heute, 07:31