27.11.2019 Markus Bußler

Gold: Goldverbot im Anmarsch?

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Gold
Trendthema

Der Bundestag ist gerade im Begriff die Grenze für den anonymen Erwerb von Gold auf 2.000 Euro zu senken, der Bundesrat will angeblich noch eine drastischere Senkung auf 1.000 Euro. In dem Fall könnte selbst eine Unze nicht mehr anonym erworben werden. Zumindest nicht beim Händler. Bislang lag die Grenze bei 10.000 Euro. Die neuen Regeln sollen ab dem Januar 2020 in Kraft treten.

Bei diesem Thema kochen die Emotionen naturgemäß hoch. Offiziell will die Bundesregierung damit Schwarzgeld bekämpfen. Doch Goldanleger fürchten, dass damit erste Schritte mit Blick auf ein mögliches Goldverbot vorbereitet werden. Allerdings richtet sich die neue Regelung nicht nur gegen Gold, es werden auch andere Bereiche erfasst, so etwa Kryptowährungen oder der Kunstmarkt. So scheint es weniger darum zu gehen, ein Goldverbot vorzubereiten als vielmehr darum, das Bargeld Schritt für Schritt einzuschränken und Geldströme transparenter zu machen.

Die neue Regelung sieht vor, dass jeder, der Gold über einen Betrag von 2.000 Euro erwirbt, sich ausweisen muss. Händler sollen dann prüfen, ob es sich bei dem Käufer um jemand mit kriminellen Hintergrund handeln könnte. Eine mehr als vage Formulierung. Unterlässt er eine solche Identitätsfeststellung, drohen ihm Strafen.

Gold (ISIN: XC0009655157)

Bislang war es beim Goldhändler gängige Praxis, dass kleinere Mengen ohne bürokratischen Aufwand erworben werden können. Nun wird Gold von vielen als ein Stück Unabhängigkeit vom Papiergeldsystem und auch vom Staat gesehen. Entsprechend groß ist natürlich die Verunsicherung mit Blick auf diese neue Regelung. Und das Geschäft mit der Angst brummt. Hier passt natürlich ein potenzielles Goldverbot gut ins Bild. Immerhin hatte es das in der Vergangenheit schon häufiger gegeben. Nicht nur in Deutschland, auch in den USA. Erst Anfang der 1970er Jahre wurde es dort aufgehoben. Doch die große Frage ist: Wäre ein solches Goldverbot heute in einer derart globalisierten Welt überhaupt noch durchsetzbar? Als nationaler Alleingang wohl kaum. Selbst eine europäische Lösung dürfte scheitern, wenn Länder außerhalb der EU den Goldbesitz weiter erlauben. Viele größere Goldhändler unterhalten schließlich Lager im Ausland.

Ein Goldverbot erscheint aus heutiger Sicht eher unwahrscheinlich. Die Kontrolle des Staates nimmt allerdings zu – das kann nicht von der Hand gewiesen werden. Der Kampf gegen des Schwarzgeld ist ein netter Überbegriff dafür, dass man tatsächlich den Geldfluss kontrollieren will. Dass das sauer aufstößt, ist mehr als verständlich. Aber noch einmal: Ein Verbot des Goldbesitzes daraus abzuleiten, erscheint etwas sehr vermessen.

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Autoren: Bußler, Markus
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