09.10.2013 Steffen Eidam

DAX schließt im Minus: Aareal Bank, Axel Springer, Bayer, Cropenergies, Deutsche Bank, Dialog Semiconductor, Infineon, Rohstofftitel und Tom Tailor im Fokus

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Der deutsche Aktienmarkt tendiert am Mittwoch schwächer. Zur Schlussglocke notierte der DAX rund 0,5 Prozent tiefer bei 8.517 Punkten. Phasenweise lag der Leitindex unter der Marke von 8.500 Punkten.  Stützend wirkte sich die Ernennung der derzeitigen Vize-Chefin der US-Notenbank, Janet Yellen, als künftige Fed-Vorsitzende aus. Sie gilt wie der aktuelle Chef Ben Bernanke als Verfechterin einer ultralockeren Geldpolitik.

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Einstufung für Aareal Bank bleibt

Die Investmentbank Equinet hat Aareal Bank nach Aussagen von Wolf Schumacher auf der Expo Real auf "Hold" mit einem Kursziel von 21 Euro belassen. Der Vorstandschef habe lediglich frühere Aussagen bestätigt, schrieb Analyst Philipp Häßler in einer Studie vom Mittwoch. Der auf gewerbliche Immobilien- und Wohnungswirtschaft spezialisierten Finanzierer sei auf gutem Weg und Häßler rechnet für 2013 mit einer Dividende von 0,50 Euro. Die Aktien schienen aber fair bewertet.

Axel Springer weiter kaufenswert

Die DZ Bank hat die Einstufung für Axel Springer nach Medienberichten zur kartellrechtlichen Überprüfung des Verkaufs von großen Teilen des Printgeschäfts an die Funke-Mediengruppe auf "Kaufen" belassen. Der faire Wert blieb unverändert bei 45,90 Euro. Die kartellrechtlichen Risiken der Transaktion lägen vor allem bei der Funke-Gruppe, schrieb Analyst Harald Heider in einer Einschätzung vom Mittwoch. Da Springer und Funke aber Gemeinschaftsprojekte geplant hätten, könnten diese gefährdet sein, falls möglicherweise Teile an Dritte verkauft werden müssten

Bayer erhält Zulassung in den USA

Erfolg für Bayer. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat das Lungenhochdruckmittel Riociguat als Arzneimittel für seltene Krankheiten (Orphan-Drug) eingestuft. von der Zulassung von Riociguat in den USA profitieren. Die Gesundheitsbehörde FDA hat das Medikament gegen Lungenhochdruck zur Anwendung genehmigt. Früheren Angaben von Bayer zufolge hat das Mittel ein Umsatzpotenzial von 500 Millionen bis eine Milliarde Euro.

Hochwasser belastet Cropenergies

Die Hochwasserschäden in Deutschland und höhere Rohstoffpreise haben dem Bioethanol-Hersteller Cropenergies einen herben Gewinnrückgang eingebrockt. Im ersten Geschäftshalbjahr bis Ende August sank das operative Ergebnis trotz höherer Erlöse um 30 Prozent auf 26 Millionen Euro. Der Umsatz legte hingegen um 16 Prozent auf den neuen Rekordwert von 372 Millionen Euro zu, obwohl die produzierte Menge Bioethanol um knapp ein Prozent auf 377.000 Kubikmeter zurückging. Im gesamten Geschäftsjahr bis Ende Februar 2014 will die Unternehmensspitze den Umsatz von zuletzt 689 Millionen weiterhin um 10 bis 20 Prozent steigern. Der operative Gewinn dürfte hingegen von 87 Millionen auf 40 bis 50 Millionen Euro schrumpfen.

Analysten optimistisch für Deutsche Bank

Barclays hat die Einstufung für Deutsche Bank auf "Overweight" mit einem Kursziel von 47 Euro belassen. Die meisten großen europäischen Investmentbanken dürften bis 2014 die risikoungewichtete Eigenkapitalquote (leverage ratio) über die nach Basel III geforderten mindestens drei Prozent heben können, schrieb Analyst Jeremy Sigee in einer Studie vom Mittwoch. Seine "Top Picks" im Sektor seien nach wie vor Deutsche Bank, BNP Paribas und UBS.

Dialog im Fokus

Mit der in Aussicht gestellten Aktualisierung der Apple-Produktpalette rückt Dialog Semiconductor in den Fokus der Anleger. Der US-Konzern will laut Medienberichten am 22. Oktober eine neue Version seines ursprünglichen iPads vorstellen, sowie eine kleinere Ausführung. Die Geräte kämen dann rechtzeitig für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft auf den Markt, hob ein Händler hervor. Er rechnete mit einer insgesamt positiven Reaktion der Apple-Zulieferer. Dialog gilt als einer davon.

Rohstoffwerte nach Alcoa-Zahlen im Blick

Alcoa überraschte am Vorabend mit den Zahlen zum dritten Quartal positiv, und könnte damit die Rohstoffbranche stützen. Glänzende Geschäfte mit der Flugzeugindustrie hatten dem US-Aluminiumkonzern ein überraschend gutes Quartal beschert. Hierzulande sollten Anleger daher Werte wie ThyssenKrupp , Aurubis und Salzgitter im Auge behalten. Zuletzt hielten sie sich vorbörslich auch besser als der insgesamt schwächer erwartete Gesamtmarkt. Bei ThyssenKrupp fielen die Spekulationen des "Platow-Briefes" um eine Kapitalerhöhung kaum ins Gewicht. Ein Händler zweifelte in einem Kommentar die Belastbarkeit des Berichts an.

Verkaufsempfehlung für Infineon

Die Deutsche Bank hat eine kurzfristige Verkaufsempfehlung für die Papiere des Halbleiterherstellers Infineon ausgesprochen. Als Grund nannten sie die zuletzt überdurchschnittliche Kursentwicklung und die daraus resultierende anspruchsvolle Bewertung. Zwar dürften die bald anstehenden Quartalszahlen und Ausblick auf 2014 im Rahmen der Erwartungen liegen, zuletzt hatte sich aber gerade das Euro-Dollar-Verhältnis eher unvorteilhaft entwickelt. Die Aktie könnte Probleme bekommen, die jüngsten Gewinne zu halten. Langfristig bleiben die Experten bei ihrer "Hold"-Empfehlung.

Starkes Quartal von Tom Tailor

Die Modekette hat im dritten Quartal ein flächenbereinigtes Umsatzwachstum von 6,2 Prozent erzielt. Im gleichen Zeitraum gingen die Umsätze im deutschen Textilmarkt um ein Prozent zurück. Große Fortschritte erzielten die Hamburger bei der Integration der Dachmarke Bonita, die mit einem Umsatzanstieg von 5,3 Prozent erstmals seit der Integration in den Konzern positive Wachstumsimpulse auf vergleichbarer Fläche lieferte. Auch die zweite Dachmarke Tom Tailor konnte deutlich zulegen. Im Berichtszeitraum zog der Umsatz auf vergleichbarer Fläche um 7,8 Prozent an. „Unser Retail Segment hat sich erfreulich entwickelt und das schwierige erste Halbjahr hinter sich gelassen" zeigte sich Vorstandsschef Dieter Holzer erfreut.