12.08.2015 Nikolas Kessler

DAX nach 300-Punkte-Einbruch weiter im Minus: E.on, Henkel, Apple und Google im Fokus

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DAX
Trendthema

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial hat sich am Dienstag mit minus 1,21 Prozent bei 17.402 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Die Sorgen, dass sich die Wirtschaft in China stärker abschwächen könnte als erwartete, haben die New Yorker Börsen am Dienstag belastet. Die chinesische Zentralbank hatte die heimische Währung überraschend mit einem Rekordeingriff auf Talfahrt geschickt. Konjunkturdaten aus den USA zeigten zudem für das zweite Quartal einen schwächer als erwarteten Anstieg der Produktivität.

Auch die Kurse in Asien sind weiter gefallen. Während die chinesischen Festland-Börsen moderat nachgaben, fielen der Hang-Seng-Index in Hongkong und der Nikkei-225-Index in Tokio um jeweils knapp zwei Prozent. Die Yuan-Abwertung schürte Sorgen, dass es noch schlechter als gedacht um die chinesische Wirtschaft steht.

 

Die Sorgen um die Geschäfte der deutschen Wirtschaft mit China dürften den DAX auch am Mittwoch belasten. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex am Morgen 1,20 Prozent tiefer auf 11.158 Punkte. Bereits am Dienstag hatten Befürchtungen um die Folgen der Abwertung der chinesischen Währung Yuan die Aktienbörsen stark belastet. Die Vorgaben sind angesichts deutlicher Verluste der Börsen Asiens zur Wochenmitte negativ. Auf der Konjunkturseite achten die Anleger unter anderem auf Einzelhandels- und Industriedaten aus China sowie die Industrieproduktion der Eurozone.

Der Euro ist am frühen Morgen 0,2 Prozent stärker bei 1,1064 Dollar gehandelt worden. Die Gemeinschaftswährung wird ebenso wie der US-Dollar von der Abwertung des chinesischen Yuan gestützt.

Nach dem Fall auf ein Sechsjahrestief am Dienstag haben die Ölpreise ihre Talfahrt fortgesetzt. Der September- Terminkontrakt für WTI-Öl lag am Morgen 0,4 Prozent tiefer bei 42,91 Dollar je Barrel. Brent notierte bei 48,43 Dollar je Barrel und war damit 0,7 Prozent billiger.

Der Goldpreis stieg um 0,2 Prozent auf 1110,73 Dollar. “Die Investoren wägen das Pro und Contra der Yuan-Abwertung ab”, sagte Long Ling, Analyst bei Industrial Futures Co. in Schanghai. “Einige verkaufen Gold aus Sorge um eine Deflation, andere bevorzugen Gold, weil ein Wertverlust von Währungen gewöhnlich den Reiz von Gold als Alternativanlage steigert.”

Der größte deutsche Energiekonzern E.on bleibt im Tagesgeschäft auf Talfahrt. Im ersten Halbjahr sackte der operative Gewinn (bereinigtes EBITDA) um 13 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro ab, wie das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Dabei machten dem Konzern weiter die wegbrechenden Gewinne der klassischen Stromerzeugung zu schaffen. Dass unter dem Strich der Überschuss dennoch um 40 Prozent zulegte, verdankte E.on geringeren Zins- und Steuerlasten sowie Bewertungseffekten. An der Prognose für dieses Jahr hielt der Konzern fest.

Der starke US-Dollar und die im vergangenen Jahr getätigten Zukäufen haben den Konzernumsatz von Henkel im zweiten Quartal um 13,5 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro ansteigen lassen. Aus eigener Kraft wuchs der Konsumgüterkonzern um 2,4 Prozent. Das um Sondereffekte bereinigte EBIT verbesserte sich um 14 Prozent auf 768 Millionen Euro. Der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn stieg um 18 Prozent auf 521 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr sieht sich Henkel auf Kurs. Aus eigener Kraft soll der Umsatz 2015 um drei bis fünf Prozent steigen und der bereinigte Gewinn je Aktie um zehn Prozent zulegen.

Im Fokus der Anleger in den USA stand am Dienstag die Aktie von Google. Die Anteilsscheine legten an der Spitze des Nasdaq-100-Index um mehr als vier Prozent zu. Grund sind die Umbaupläne, die der Internetriese angekündigt hat. Das Web-Geschäft mit der Suchmaschine und der Online-Werbung soll von neuen Unternehmungen wie selbstfahrenden Autos oder Drohnen getrennt werden. Die Kern-Firma heißt weiterhin Google, wandert aber unter das Dach eines neu geschaffenen Mutterkonzerns mit dem Namen Alphabet.

Aus Sorgen um die Nachfrageentwicklung für das iPhone hat das Analysehaus Jefferies sein Kursziel für die Aktie des Technologiekonzerns Apple von 135 auf 130 Dollar gesenkt. Das Vertrauen der Investoren in die Wachstumskraft des Börsen-Riesen schwinde, schrieb Analyst Sundeep Bajikar in einer Studie am Dienstag. Seine Einstufung beließ er auf "Hold". Vor allem bezüglich der Nachfrage für das Smartphone in China gäbe es Unsicherheit. In der Folge hat die Aktie rund fünf Prozent nachgegeben.

(Mit Material von Bloomberg und dpa-AFX)

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