19.12.2012 Steffen Eidam

DAX knackt nächstes Hoch: Centrotherm, Commerzbank, Freenet, Kabel Deutschland, Merck, SAP, Stada und TUI im Fokus

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TecDAX
Trendthema

Der deutsche Aktienmarkt setzt am Mittwoch seine Jahresendrallye fort. Gegen Mittag notiert der DAX rund 0,3 Prozent feste bei 7.677 Punkten und eroberte somit ein neues 5-Jahreshoch. Neue Impulse lieferte zuletzt der überraschend positiv ausgefallene Ifo-Geschäftsklimaindex. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hatte sich im Dezember stärker als erwartet aufgehellt. Das Ifo-Geschäftsklima stieg um einen auf 102,4 Punkte. Es war der zweite Anstieg in Folge. Bankvolkswirte hatten mit einer etwas geringeren Aufhellung auf 102,0 Punkte gerechnet.

Commerzbank verteidigt Marke

Die Commerzbank-Aktie hat sich im gestrigen Handel über zahlreiche bedeutende Widerstände hieven können. Kann sich der DAX-Titel über diesen Marken halten, wäre dies aus charttechnischer Sicht eine sehr gute Ausgangslage für eine Erholungsrallye.

DER AKTIONÄR
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Centrotherm erhält Auftrag aus China

Das angeschlagene Solarunternehmen Centrotherm hat einen Auftrag über 14 Maschinen erhalten. Anfang 2013 sollen die Produktionsanlagen für Solarzellen an die CECEP Solar Energy Technology geliefert werden. Der Kunde gehört zu einem der größten staatlichen Industriekonzerne in China. Vertriebsvorstand Hans Autenrieth: "Nur wenige Solarzellenhersteller investieren aktuell in den Ausbau ihrer Kapazitäten, sondern vielmehr in Upgrades bestehender Produktionslinien."

Freenet übernimmt Gravis

Der Mobilfunkanbieter Freenet stärkt mit dem Kauf des Händlers Gravis seinen Vertrieb. Mit dem Vollzug der Transaktion sei Anfang des Jahres 2013 zu rechnen. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Gravis wurde 1988 gegründet und hat sich laut Freenet mit Einführung des iMac 1998 und des iPod 2001 bereits frühzeitig als Lifestyle-Anbieter positioniert. Zur Finanzierung platziert das Unternehmen ein Schuldscheindarlehen über 120 Millionen Euro.

Rückschlag für Merck

Der Chemie- und Pharmakonzern Merck indes erlitt im Bereich der Forschung wieder einmal einen Rückschlag. Der Krebsimpstoff Stimuvax war bei einer ersten Phase-III-Studie durchgefallen. Bei einer klinischen Studie über die Wirkung beim Kampf gegen eine Form des Bronchialkarzinoms (NSCLC) sei der primäre Endpunkt verfehlt worden, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Darmstadt mit. Damit kann für das Produkt erst einmal keine Zulassung beantragt werden. Derzeit läuft in Asien mit dem Wirkstoff L-BLP25 (Stimuvax) eine weitere Phase-III-Studie, die der letzte Schritt in der klinischen Testphase vor einem möglichen Zulassung sind.

Kabel Deutschland kündigt Dividende an

Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland stellt seinen Aktionären für das Geschäftsjahr 2012/13 eine Dividende in ähnlicher Höhe wie 2011/12 in Aussicht. "Läuft alles nach Plan, dürften wir auch im Folgejahr eine Dividende in Höhe von 1,50 Euro ausschütten", sagte Finanzvorstand Andreas Siemen dem Anlegermagazin Börse Online. Trotz Schulden in Höhe von 2,8 Milliarden Euro sieht Siemen derzeit keinen Kapitalbedarf: "Wir sind durchfinanziert bis zum Jahr 2016."

SAP-Konkurrent überrascht mit hohem Gewinn

Der SAP-Rivale Oracle hatte im vergangenen Vierteljahr einen unerwartet hohen Gewinn je Aktie (EPS) erzielt. Diese Nachricht dürfte auch die SAP-Aktie beflügeln. Zudem will sich SAP in den kommenden Jahren für externe Programmierer massiv öffnen und seine Marktposition so deutlich ausbauen. "Wir möchten in Zukunft bis zu einer Million Entwickler gewinnen, ohne dass diese unbedingt bei SAP angestellt sein müssen", sagte Co-Vorstandschef Jim Hagemann Snabe dem Monatsmagazin Euro.

Übernahmefantasie bei Stada

Die Stada-Titel rücken nach einem Artikel im Platow Brief in den Fokus. Dem Börsenbrief zufolge lotet der ehemalige Ratiopharm-Chef Claudio Albrecht im Aktionärskreis von dem Bad Vilbeler Generikahersteller die Verkaufsbereitschaft der institutionellen Investoren aus. Neben der indischen Sun Pharmaceutical soll demnach auch ein US-Konzern Interesse an Stada haben.

Hapag-Lloyd belastet TUI

Das Reisegeschäft bei Europas größtem Touristikkonzern TUI läuft auf Hochtouren. Doch die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr geben dennoch keinen Anlass zum jubeln. Der Grund: Die Containerreederei Hapag-Lloyd belastet das Ergebnis und sorgt für einen Verlust bei dem Unternehmen. Unter dem Strich weist TUI einen Verlust von 15 Millionen Euro aus. Im Vorjahr stand noch ein Gewinn von 24 Millionen Euro zu Buche. Im operativen Geschäft (bereinigtes EBITA) verdiente TUI dank lukrativer Exklusivreisen, eines starken Last-Minute-Verkaufs und der gut ausgelasteten eigenen Hotels 746 Millionen Euro, fast ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor. Auf eine Dividende sollen die Aktionäre dennoch wie in den Vorjahren verzichten.